Tolle Ernte aus dem Garten – Haltbarmachen für den Winter

Frische Lebensmittel sind ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Das große Problem, sie sind verderblich: Milch wird sauer, Obst beginnt zu schimmeln und Salat verwelkt. Um Lebensmittel länger frisch zu halten, müssen die biologischen Prozesse, die das Verderben verursachen, verlangsamt oder gestoppt werden. Dabei können ganz unterschiedliche Konservierungsmethoden Abhilfe schaffen. In unserem Alltag stellt die Aufbewahrung im Kühlschrank sicher, dass unsere Lebensmittel länger haltbar bleiben.

Wer sich aus dem eigenen Garten versorgen möchte und Obst sowie Gemüse selbst anbaut, muss auch einen Teil der Ernte einlagern oder konservieren, um so die oft großen Mengen während der Erntezeit zu verarbeiten und auch im Winter etwas davon zu haben. In alten Höfen findet man oft noch Scheunen, Wirtschaftsgebäude und Erdkeller, die früher genutzt wurden, um für den Winter vorzusorgen. Hier wurden oft Kartoffeln, Karotten und Äpfel eingelagert. Die Ernte, die nicht direkt eingelagert werden konnte, wurde vor allem eingekocht oder sauer eingelegt.

Saisonkalender
Das Obst- und Gemüseregal in unseren Supermärkten ist immer gefüllt. Ganzjährig werden hier Produkte angeboten, die bei uns gar nicht oder zu diesem Zeitpunkt nicht angebaut werden können. Diese Produkte werden dann aus anderen Ländern über oft lange Transportwege zu uns gebracht. So werden auch im Winter bei uns Erdbeeren angeboten, obwohl zu dieser Zeit bei uns gar keine Erdbeeren wachsen würden. Ein so genannter Saisonkalender zeigt Dir, welches Obst und Gemüse aus heimischem Anbau, zu welchem Zeitpunkt erntereif ist. Heimische Erdbeeren gibt es eben nur im Mai bis Juli. Erdbeeren können allerdings zu Marmelade verarbeitet oder tiefgefroren werden und können damit auch über den Erntezeitraum hinweg unseren Speiseplan ergänzen. Wer Erdbeeren aus dem Garten selbst erntet oder deutsche Erdbeeren auf dem Markt kauft, wird deutlich auch einen Geschmacksunterschied feststellen. Sie schmecken einfach deutlich aromatischer.                 

Biologische Konservierungsmethoden
Bei der Herstellung von Sauerkraut oder Joghurt wird u. a. die so genannte Milchsäuregärung ausgenutzt. Milchsäurebakterien bauen dabei Zucker in Milchsäure um und verbrauchen dabei den im Lebensmittel vorhandenen Sauerstoff. Die entstehende Säure und der fehlende Sauerstoff verhindern dann das Wachstum von Fäulnisbakterien. 

Chemische Konservierungsmethoden
Durch Zusatz von so genannten Konservierungsstoffen wird die Entstehung oder Vermehrung von Mikroorganismen gehemmt. Alle Konservierungsstoffe unterliegen dabei einer strengen Zulassung. Folgen für unsere Gesundheit sind allerdings nicht ausgeschlossen. So dürfen bestimmte Nitrite zum Pökeln von Fleisch eingesetzt werden. Diese unterbinden dann das Wachstum von Erregern, die sonst zu einer Fleischvergiftung beim Verzehr führen können.

Physikalische Konservierungsmethoden
Die Grundlage dieser Konservierungsverfahren bildet der Entzug von Wasser. Ohne Wasser können Fäulnisorganismen nicht wachsen.

Trocknen, Pökeln und Kandieren
Beim Trocknen oder Erhitzen wird dem Lebensmittel Wasser entzogen. Beim Pökeln und Kandieren binden Salz bzw. Zucker das Wasser. Typische Lebensmittel, die mit diesen Methoden haltbar gemacht werden, sind Trockenfisch, Pökelfleisch oder kandierte Früchte.

Erhitzen: Pasteurisation und Sterilisation
Auf der Wirkung von Hitze beruhen auch die Verfahren Pasteurisierung und Sterilisation. Beim Pasteurisieren werden Lebensmittel für sehr kurze Zeit auf unter 100 °C erhitzt. Durch das Erhitzen wird ein Großteil der Mikroorganismen (z.B. Schimmelpilze) abgetötet. Pasteurisierte Lebensmittel sind allerdings nicht keimfrei und daher nur begrenzt haltbar. Dafür bleiben wertvolle Bestandteile wie Eiweiße, Vitamine und Mineralien weitestgehend erhalten. Beispiele für pasteurisierte Lebensmittel sind Milch und Fruchtsäfte. 
Bei der Sterilisation hingegen werden die Lebensmittel etwa eine Stunde auf 130°C erhitzt. Danach sind diese keimfrei. So sind Konserven aller Art mehrere Jahre lang haltbar. Der Nachteil dieses Verfahrens ist die Zerstörung hitzeempfindlicher Bestandteile der Nahrung. Die Lebensmittel sind dann nicht mehr so wertvoll für die menschliche Verdauung.

Ch. Puschner