In der Corona-Zeit hat die Freie Evangelische Schule Böblingen mit kräftiger Unterstützung des Vereins der Gartenfreunde Böblingen e.V. einen Schulgarten in der Gartenanlage Baumgarten gestartet. Nun hat das außergewöhnliche Projekt, das Kinder, Lehrer, Eltern und Hobbygärtner Woche für Woche zusammenbringt, Früchte getragen: Eine Kommission der Schulgarteninitiative des Landes Baden-Württemberg hat die kleinen und großen Gärtner in dem Garten besucht – und war sehr beeindruckt. So zeigten vier Grundschülerinnen den Gästen aus Stuttgart stolz ihre eigenen, rund 1 m2 großen Beete, in denen Gemüse und Obst wachsen: Erdbeeren stehen da zum Beispiel neben Zwiebeln, Kohlrabis, Möhren, Radieschen, Tomaten und Blumen. Alle Kinder dürfen individuell das anbauen, was ihnen gut schmeckt. Dabei verfolgen sie das Wachstum der Pflanzen von der Aussaat oder dem Einpflanzen bis hin zur Ernte vor den Sommerferien. „Dabei lernen sie auch, dass man das Unkraut, das zwischen den Pflanzen wächst, hin und wieder jäten muss, um eine reiche Ernte einfahren zu können“, erklärt Dorothee Belser, die einst eine Ausbildung zur Gärtnerin machte. Sie unterstützt die insgesamt zwölf Dritt- und Viertklässler, die im abgelaufenen Schuljahr an der Schulgarten-AG teilgenommen haben, mit viel Herzblut und Engagement, lobt die Kommission. Doch die Würdigung der Jury gilt auch den Eltern, die zum Beispiel die AG auf dem Fußweg von der Freien Evangelischen Schule zur Gartenanlage Baumgarten begleiten, zu Hause Pflanzen für den Schulgarten vorziehen, beim Unkrauthacken oder anderen Arbeiten helfen, selbst ein Elternbeet beackern oder auch mal einen Kuchen für die großen und kleinen Gärtner mitbringen.
Ausdrückliche Anerkennung von der Jury erhielten auch die Gartenfreunde Böblingen, deren Vereinsmitglieder ebenfalls kräftig im Schulgarten mit anpacken, den Rasen mähen und die Beete in den Schulferien pflegen. Insbesondere Gartenfreund-Senior Edwin Peplau schaut regelmäßig vorbei, wenn Dorothee Belser mit den Schülern dienstagmittags in den Garten kommt. Dabei gibt er den kleinen Gärtnern wertvolle Tipps aus der eigenen Praxis.
„Es ist vorbildlich, wie hier Wissen der älteren Generation an die jungen Schüler weitergegeben wird“, freut sich die Kommission. Begeistert ist sie generell „von der einzigartigen Zusammenarbeit der Schule und der Gartenfreunde Böblingen“. In der Regel werden Schulgärten nämlich auf den Schulgrundstücken betrieben – etwa in Form von Hochbeeten. Die Jury lobte außerdem ausdrücklich, „dass der Verein sogar einen eigenen Etat für den Schulgarten zur Verfügung stellt“. Aus diesem werden zum Beispiel auch Gartenwerkzeuge, Dünger, Pflanzen und Samen gekauft.
„Ohne die große Unterstützung der Gartenfreunde Böblingen wäre die Schulgarten-AG in der Form gar nicht möglich“, stellt Dorothee Belser klar. „Der Verein hat schon im Vorfeld großartige Vorarbeit geleistet, indem die Mitglieder einen Teil der Parzelle in fünf Beete mit breiten Wegen mit Platten umgewandelt haben, so dass die Schüler selbst bei Regen und Matsch gut darin arbeiten können. Auch die Kompostanlage und die Laube wurde für uns saniert und eine Kräuterspirale angelegt. Ganz toll ist auch, dass wir das Obst vom Apfelbaum sowie der Johannis- und Himbeeren essen und ernten dürfen. Das alles ist keinesfalls selbstverständlich.“