(Solidago virgaurea)
Goldruten sind anspruchslose ab dem Hochsommer blühende Stauden. Selbst nach Einführung der Kanadischen sowie der Riesen-Goldrute im 17. Jahrhundert aus Nordamerika, beherrschte unsere heimische Gewöhnliche Goldrute noch bis ins 19. Jahrhundert die Garten- und Naturlandschaften – war sie doch eine ungemein beliebte Bauerngartenpflanze, Blütenmagnet und nebenbei als Färberpflanze und Heilpflanze von Nutzen. Erst danach wurden die amerikanischen Migranten fester eingebürgert und machten sich nach und nach als invasive Neophyten einen schlechten Namen. Heute finden sich im Handel wild in der Natur entstandene Hybriden als auch Züchtungen, die ihre Gartentauglichkeit mittels mehrjähriger Beobachtung und Prüfung bewiesen haben. Dabei handelt es sich u. a. um ‘Golden Shower’ (80 cm), ‘Strahlenkrone’ (50 bis 60 cm), ‘Juligold’, ‘Linner Gold’ (130 cm) sowie die Sorten ‘Rudi’, ‘Septembergold’ und ‘Sonnenschein’. Nichtsdestotrotz sollte gerade die Gewöhnliche Goldrute mit einer durchschnittlichen Höhe von 40 bis 50 cm für einen naturgemäßen Garten noch immer die erste Wahl sein. Die Pflanzen gedeihen am besten in humosem, nährstoffhaltigem Boden. Passende Begleiter sind Herbstastern, Sonnenauge, Sonnenbraut und Sonnenhut. Haben Sie bereits Goldruten im Garten, wissen aber nicht, um welche es sich handelt, können Sie auch die alten Blütenstände frühzeitig zurückschneiden und so eine Verbreitung der Samen vermeiden. Bei der Gewöhnlichen Goldrute handelt es sich um Pflanzen, deren Überdauerungsknospen an der Erdoberfläche liegen. In der Regel sind diese von Schnee, Laub oder Erde als Witterungsschutz bedeckt. Die Blüten werden durch Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge bestäubt. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch Wind, Ameisen oder durch Anhängen an das Fell von Tieren und deren Weitertransport. Die Gewöhnliche oder Echte Goldrute war bereits den alten Germanen als Heilpflanze dienlich. Ihre entzündungshemmende, krampflösende und harntreibende Wirkung wird zur Vorbeugung von Nierensteinen und zur Kur von Halsentzündungen, Rheuma und Gicht eingesetzt. Im Handel gibt es diverse Fertigpräparate mit Goldruten-Anteil. Fragen Sie bei ihrer Verwendung auf jeden Fall aber Ihren Arzt oder Apotheker.
Jörg Gensicke