Im März und April geht es an die Anzucht vieler junger Pflanzen für Blumen- und Gemüsebeete, verbunden mit reichlich Arbeit. Daher kommt es dabei auf jeweils geeignete Töpfe an. Früher waren Tontöpfe Favoriten. Klar, es gab nichts anderes. Tontöpfe sind immer noch grundsätzlich brauchbar, dazu umweltfreundlich. Aber sie haben ein großes Manko: sie wiegen viel und erschweren damit die Arbeit. Je mehr Pflanzen angezogen werden müssen, desto nachteiliger ist das Gewicht, abgesehen davon, dass Tontöpfe viel Lagerplatz beanspruchen, wenn man sie nicht braucht.
Im Gegensatz dazu wiegen aktuelle Anzuchttöpfe, meist aus Abfall gefertigt, fast nichts und erfordern ungebraucht wenig Platz. Sie bestehen zum Beispiel aus Holzfaser, Papierzellstoff, Strohbrei und ähnlich leicht vergänglichem Material. Solche Töpfe kommen mitsamt den fertigen Setzlingen beim Auspflanzen am endgültigen Standort in die Erde, vergehen dort in zwei bis drei Monaten zu Humus, verbessern so die Erde, ernähren die Pflanzen noch nebenbei, sind vollständig abbaubar. Ein weiteres Plus dieser Töpfe ist, dass bei kombinierter Pflanzung von Setzling und Anzuchttopf keine Würzelchen gestört oder gar zerstört werden, also kein noch so geringer Wachstumsstopp erfolgt. Sie ersparen außerdem einen kompletten Arbeitsgang, da man vor dem Auspflanzen die Setzlinge nicht erst aus den Anzuchttöpfen austopfen muss. Es gibt eckige und runde Töpfe, von üblicherweise 4 bis 8 cm Durchmesser, einzeln oder in praktischem Verbund mit größerer Standsicherheit. Diese Töpfe haben keine Abzuglöcher für Gießwasser, weil sie ganzrandig Wasser verdunsten, müssen daher in Gegensatz zu Töpfen aus Kunststoff etwas mehr gegossen werden. Vor Gebrauch sind sie etwas anzufeuchten. Interessant sind sogenannte Quelltabletten, oft aus Abfällen bei der Kokoskultur gefertigt. Die Tabletten sind vor Gebrauch etwa bis zur Hälfte in Wasser zu legen und quellen in 3-4 Stunden gebrauchsfertig auf. Man muss sie während der Anzucht weiter gut feucht halten. Plastiktöpfe haben noch nicht ausgedient. Vor allem, falls man ein größeres Kontingent an Jungpflanzen betreut, sind umfangreichere Platten mit zahlreichen Töpfen nützlich. Inzwischen bestehen Kunststofftöpfe aus recyceltem Material, doch Plastik bleibt eben Plastik. Die Haltbarkeit der Kunststofftöpfe ist von Vorteil, denn sie können mehrmals gebraucht werden, etwa 10 Jahre lang, eventuell länger. Zu beachten ist, dass die Wände von Kunststofftöpfen wasserundurchlässig sind, deswegen Wasserabzuglöcher haben und bedachtsam zu gießen sind. Hilfreich sind Untersetzer, die gute Kontrolle ermöglichen, vor allem solche mit Stegen, in denen sich überflüssiges Wasser sammelt. Größere Platten lassen sich leicht passend schneiden und somit den jeweiligen Untersetzern anpassen.
Ilse Jaehner