Manchmal gibt es im Garten ganz praktische Fragen. Davon habe ich einige gesammelt und die Antworten dazu geschrieben.
Was brauche ich für einen Komposthaufen?
Nichts. Du kannst das Material einfach auf einen Haufen werfen. Mit einem Gestell aus Brettern oder Drahtgitter ist es ansehnlicher und platzsparend. Er sollte weder in der prallen Sonne noch in allzu muffiger Ecke sein. Der Kompost braucht Luft und Regen.
Was wird mit dem fertigen Kompost gemacht?
Ich verwende ihn vor allem bei Starkzehrern als gedüngte Erde. Und den Rest zum Flächenmulchen.
Was kommt auf den Komposthaufen?
Alles Pflanzliche, das im Garten anfällt und nicht gegessen wird. Und rohe Küchenabfälle heimischer Pflanzen. Gehäckseltes Schnittgut. Auch Laub und angetrockneter Grasschnitt.
Wir funktioniert das Kompostmachen?
Im normalen Garten ganz von selbst: Würmer, Insekten, Tausendfüßler, Schnecken, Pilze, Bakterien verzehren das Kompostgut. Die Hinterlassenschaften werden meist abermals verzehrt. Und wenn dann alles für diese Lebewesen Begehrte verstoffwechselt wurde, hat man damit viele Bestandteile von Humus.
Wann ist der Kompost fertig?
Ich baue den Haufen von oben nach unten ab. Irgendwann bin ich so weit unten, dass keine Regenwürmer oder andere Tierchen mehr zu sehen sind – weil sie da nichts mehr Nahrhaftes finden. Da fängt der ‚fertige‘ Kompost an. Ich mach das meist im Herbst und im späten Frühjahr. Alles, was nicht im ‚fertigen‘ Kompost landet, kommt zurück auf den Haufen.
Verteilt man mit dem Kompost nicht unerwünschten Samen im Garten, wenn man gejätetes Grünzeug auf den Komposthaufen wirft?
Samenstände kommen möglichst nicht in den Kompost. Ansonsten sind Samen aber für die Komposthaufenbewohner begehrte Nahrung. Und wenn ich den Kompost ernte, leg ich den eine Weile auf flache Hügelchen, damit die noch vorhandenen Samen auflaufen. Das Grünzeug harke ich dann ab. Unerwünschter Aufwuchs in den Beeten lässt sich wegen Samenflugs oder Einschleppens durch Ameisen und andere Tierchen ohnehin nicht ganz vermeiden.
Muss der fertige Kompost noch aufbereitet werden?
Nein. Ich siebe ihn und entferne damit Unverdautes, Steinchen, große Kerne.
Wie kommen die Arbeitstiere in den Komposthaufen?
Von selbst: Der Haufen liegt ja auf dem Boden, durch den allerlei Getier seinen Weg findet. Und man transportiert es selbst über das Grünzeug aus dem Garten dorthin.
Wie wird der Komposthaufen aufgebaut?
Ganz unten lege ich ein paar Äste – dann weiß ich beim Abbau, dass ich unten angelangt bin. Und ansonsten sollte alles möglichst gut durchgemischt sein. Deshalb wühle ich das Zeug alle paar Wochen mit der Kompostgabel durch. Dann merke ich auch, ob da etwas nicht in Ordnung ist.
Wie merkt man, dass im Komposthaufen etwas nicht stimmt?
Wenn es schlecht riecht. Meist fault dann etwas. Oft ist es feuchtes Gras, das dann aufgeschüttelt und vermischt wird. Oder es ist etwas, das eben nicht in den Kompost gehört – das muss da halt raus. Es kann zu trocken sein. Das ist nicht schädlich, aber es findet auch keine Zersetzung statt. Wasser hilft.
Gibt es unerwünschte Bewohner im Komposthaufen?
Denen ist es wegen meiner häufigen Anwesenheit wohl zu ungemütlich und unruhig.
Was darf nicht auf den Kompost?
Lästige Gewächse, die sich durch Wurzelbruchstücke vermehren – Quecke, Ackerwinde und Giersch landen in der braunen Tonne. Und natürlich nichts, was nicht natürlich ist: behandeltes Holz, Gekochtes und Gebackenes, Papier, Asche, Fleisch (weder roh noch gegart), Gewürztes. Was ich nicht im Essen haben will, kommt nicht auf den Kompost (z. B. Schalen von gespritztem Obst). Kranke Pflanzenteile sind oft kein Problem, weil vieles davon verstoffwechselt wird wie etwa Mehltau; wenn ich nicht sicher bin, landet das Zeug in der Braunen Tonne.
Der Kompost soll innen heiß werden und damit Krankheitserreger abgetötet werden?
In Großanlagen wird es wohl schon mal bis zu 60 °C heiß, im Garten hat man dafür zu wenig Material.
Wie und wo kann ich mich noch schlau machen?
Einfach probieren. Oder den Nachbarn fragen oder den Fachberater.
Norbert Hanke