… der Bär“, denn aus den flachen Blüten können sich auch Insekten mit nicht spezialisierten Mundwerkzeugen am Nektar bedienen und die Blüten des als „grüner Betonersatz“ diffamierten Kirschlorbeers bleiben wohl auch nicht unbesucht, wie der reiche, Amseln und andere Weichfresser erfreuende Fruchtansatz zeigt. Dass letzterer wegen seiner Unempfindlichkeit und Blickdichtheit mittlerweile inflationär in Gärten verwendet wird, ist ja nicht seine Schuld, sondern eher ein Problem der zu kleinen Grundstücke und einer dem Verlust des gesellschaftlichen „Zusammengehörigkeitsgefühls“ entsprießenden Abschottungstendenz.
Aufgestört von den Nachrichten aus der Schweiz häufen sich bei uns in letzter Zeit die Anfragen nach der Sicht des Landesverbandes zu den „verbotenen Pflanzen“. Für uns sind Gärten ein wichtiger Teil menschlicher Kulturleistung und -geschichte einschließlich der häufig auch vom Zeitgeist geprägten Pflanzenverwendung. In Kleingartenanlagen entscheidend ist für uns die Einhaltung der kleingärtnerischen Nutzung – und diese beinhaltet zwingend, dass von einer Parzelle keine „bewirtschaftungserschwerenden“ Auswirkungen auf die Nachbarparzellen ausgehen. Darin ist auch das Anpflanzverbot von größerwüchsigen Gehölzen begründet und ebenso die Vorbehalte gegen geschlossene „grenzsichernde“ (Formschnitt)Hecken. Und da eine „grüne Vielfalt“ Grundvoraussetzung für eine hohe Biodiversität auch bei den tierischen Gartenmitbewohnern ist (Nützlinge!), wird kein unserem Motto „Umweltbewusst Gärtnern“ gemäß seinen Garten anlegender und pflegender „Gartenmensch“ seinem Nachbarn 15 m Kirschlorbeer- oder gar Thuja-Hecke vor die Nase pflanzen. Wenn die Pächter einer Kleingartenanlage mehrheitlich dafür sind, dass gewisse Pflanzen in ihrer Anlage nicht „gern gesehen“ sind, können sie ein Pflanzverbot per demokratischer satzungsgemäßer Abstimmung in die Gartenordnung aufnehmen – der Landesverband sieht seine Aufgabe darin, für alle seine Mitglieder möglichst gute Rahmenbedingungen für ihr Hobby zu schaffen, denn dafür wurde er vor 78 Jahren gegründet.
Harald Schäfer, Landesfachberatung