Mit dem Garten alt werden ist eine knifflige Angelegenheit. Am wichtigsten scheint, insgesamt großzügig zu verfahren, damit man sich nicht im Umgang mit vielen Pflanzen unterschiedlichster Art erschöpft. Man fasse dazu verschiedene kleinere Bereiche zu größeren Flächen zusammen und bepflanze diese spendabel. Das kostet zuerst, macht sich jedoch bezahlt. Unbequemes Arbeiten mit einer Vielzahl unterschiedlichster Gewächse, hauptsächlich mit Stauden und Sommerblumen, fällt weg. Arbeitserleichterung erlangt man mit betonter Pflanzung nur weniger bestimmter Stauden und geeigneter Gehölze. Bei der Auswahl spielen die Standortverhältnisse vor Ort ein große Rolle, vor allem Licht und Schatten. Beim ersten Flor im Jahr schaffen verschiedenfarbige Lenzrosen zum Beispiel unter einem Apfelbaum dichten Bestand. Je mehr, desto besser. Sie ziehen die Fläche bald unkrautfrei zu, blühen schön. Im Anschluss daran übernehmen Funkien das Weitere mit dekorativen Blättern, Blüten und langem Leben. Gleiches gilt für wintergrüne Bergenien an sonnigen Plätzen, ebenfalls in großer Zahl. Des Weiteren kommen robuste Gehölze ins Spiel, zuständig für jeweils mehrere Quadratmeter Farbe im Garten. Immergrüne Mahonien gefallen mit gelben Blüten im Mai, besonders die niedrige Sorte ‘Apollo’, geeignet für Sonne bis Halbschatten. Der niedrige Spierstrauch Spiraea x bumalda ‘Anthony Waterer‘ übernimmt an ähnlichen Plätzen mit roten Blüten von Juli bis September. Einzige Pflege: Rückschnitt im Herbst oder Frühjahr, so dass die Sträucher sich immer wieder gut bestocken. An einem mehr sonnigen Platz erfüllt die gleiche Aufgabe Potentilla fruticosa ‘Goldteppich‘, blühend von Mai bis Oktober, triebstark gehalten mit leichtem Rückschnitt. Für weitere Arbeitserleichterung sorgt die Schneebeerenart Symphoricarpos chenaultii ‘Hancock‘. Die Sorte gefällt mit kleinen Blütchen und vielen roten oder weißen Früchten. Die drei Sträucher werden zwischen etwa 80 und 100 cm hoch, wirken flächig, sind anpassungsfähig an verschiedenste Standorte. Mit ihnen und jeweils großzügiger Pflanzung kann man den Garten so in den Griff kriegen, dass er gut zu bewältigen ist. Braucht man Hilfe, erledigen selbst nicht sonderlich geschulte Personen die jeweilige Arbeit fehlerfrei. Damit die Fläche Struktur bekommt, sieht man für sonnige Stellen Wildrosen mit vielen Blüten und Hagebutten sowie Sommerflieder vor, für schattigere winterharte Freilandfuchsien mit Flor ab Juli bis Frost. Möchte jemand doch nicht ganz auf Stauden verzichten, wähle er robuste, die wenig Pflege brauchen, zum Beispiel Taglilien oder Herbstanemonen. Der Rasen mag weiter grünen. Zur Not hilft ein Mähroboter.
Ilse Jaehner