Knoblauch – geliebt und gehasst
Knoblauch soll verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen haben, aber an seinem scharf aromatischen Geschmack (und dem typischen Geruch) scheiden sich die Geister: Knoblauch? Bitte Nein! Knoblauch? Bitte Ja!
Bei der Pflanze Knoblauch (Allium sativum) handelt es sich um eine weit verbreitete Kulturpflanze. Seit alters her wird sie als Universalgewürz verwendet. Knoblauch ist ursprünglich in Zentral- und Mittelasien beheimatet und eroberte über Ägypten kommend Europa. Heute baut man ihn überall an, in nennenswerten Mengen jedoch vor allem in Südeuropa, auf dem Balkan, aber auch in China, Taiwan und Kalifornien. Seit mehr als 5000 Jahren wird Knoblauch gepflanzt und gegessen. Somit ist er eines der ältesten von Menschen genutzten Gewürze. Beim Bau der ägyptischen Pyramiden aßen die Sklaven Knoblauch als Stärkungsmittel. Überliefert ist die Geschichte, dass der Pharao Tutanchamun sich Knoblauch mit in die Grabstätte legen ließ. Im Mittelalter kam er auch in Europa gegen die Pest zum Einsatz, natürlich ohne Wirkung. Beschrieben wird, dass schon um 1500 v.Chr. Knoblauch ein fester Bestandteil für verschiedene Rezepturen war. Bereits die alten Griechen wussten um seine Heilwirkung und setzten den Knoblauch bei den verschiedensten Beschwerden ein. Die Knolle hat eine ernährungsphysiologische und gleichzeitig eine medizinische Bedeutung für ganz unterschiedliche Körperfunktionen. Eine unterstützende Funktion hat sie auf das Herz-Kreislaufsystem. Die Fachkreise diskutieren über die gute Wirkung auf die oberen Atmungsorgane und die Leber. Wenn man mal ganz unbefangen an einer Knoblauchzehe riecht, dann kann man keinen speziellen Geruch feststellen. Erst wenn die Zehen beschädigt werden, z.B. durch Aufschneiden, Zerreiben oder Pressen, entsteht der „typische“ Knoblauchgeruch, hervorgerufen durch den Inhaltsstoff Allicin. Weitere wertvolle Bestandteile des Knoblauchs sind neben Allicin und Salicylsäure, Eiweiß, Vitamin B und C, Phosphor, Eisen, Selen, Zink, Nickel und Kalzium.Beim wichtigsten Inhaltsstoff, dem Allicin, handelt es sich um eine schwefelartige Verbindung, die nicht nur für den typischen Knoblauchgeruch verantwortlich ist, sondern auch die Pflanze selbst vor gefährlichen Bodenparasiten schützt. Allicin liegt zunächst in seiner Vorstufe „Alliin“ vor. Erst wenn man beim Schälen, Hacken, Schneiden oder Quetschen die Zellen verletzt, wird das Enzym Alliinase freigesetzt. Unter Einfluss von Luft reagiert das vorhandene Alliin und es entsteht das wertvolle Allicin. Allicin, die schwefelhaltige Aminosäure, wurde erstmals 1858 vom deutschen Chemiker Heinrich Wieland aus dem Knoblauchöl isoliert. Der erste wissenschaftliche Nachweis auf eine antibakterielle Wirkung stammt auch aus dem Jahre 1858, und zwar von Louis Pasteur, dem weltberühmten französischen Mikrobiologen. Viele weitere Heilwirkungen sind inzwischen von Wissenschaftlern bestätigt. Wichtig für alle, die täglich Knoblauch essen:• Er senkt den Cholesterinspiegel, den Blutfettspiegel, den Blutdruck und beeinflusst damit viele Herz-Kreislauferkrankungen positiv.• Zahnfleischentzündungen gehen zurück, dank der entzündungshemmenden Wirkung.• Der Ausbreitung von Tumoren soll man mit Knoblauch entgegenwirken können, konstatiert eine viel zitierte Aussage. Allicin kann aber noch mehr bewirken: Die aus ihm entstehenden Schwefelverbindungen wiesen in Zellstudien keimtötende Eigenschaften auf. Sie vermögen gegen alle möglichen Arten von pathogenen Mikroorganismen und Parasiten vorzugehen, so gegen Bakterien (z.B. Borrelien), Viren, Pilze, Amöben und Würmer. Das auch im Knoblauch gebildete Saponin, ein sekundärer Pflanzenstoff, nimmt Einfluss auf die Regulation der Blutfette. Der Blutfluss wird verbessert, die Spannkraft der Gefäße erhöht sich. Ajoen, eine ebenfalls im Knoblauch vorhandene Schwefelverbindung, verdünnt das Blut auf natürliche Weise. Der Bildung von Blutgerinnseln kann man damit entgegenwirken, Thrombosen und Schlaganfällen vorbeugen und das alles ganz ohne Nebenwirkungen.
Rezept mit Knoblauch
Knoblauch wirkt auf viele Organe ein und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung der Immunabwehr. In der Hausapotheke sollte Knoblauch daher einen festen Platz haben. Bei Erkältungen, bakteriellem Durchfall, Hühneraugen, Warzen, Ischias, Hexenschuss oder Ohrenentzündungen hilft er zuverlässig. Als Geheimtipp gilt die Zitronen-Knoblauch-Kur. Diese Kur ist ein traditionelles Hausmittel aus der Volksheilkunde und bekannt für ihre reinigende und vitalisierende Wirkung. Der Trunk kann sich positiv auf die Gelenke und die Leistungsfähigkeit des Herzen auswirken.
• 30 geschälte und zerdrückte Knoblauchzehen
• 1 Liter Wasser
• 5 Zitronen stückeln
Wasser und Zitronen aufkochen, etwas abkühlen lassen und den zerdrückten Knoblauch zugeben. Über Nacht ziehen lassen, absieben und in einem Schraubglas im Kühlschrank lagern. Täglich ein Schnapsgläschen trinken für 2 – 3 Wochen, dann 8 Tage pausieren. Diesen Durchgang ein- bis zweimal jährlich wiederholen.
Zum Schluss noch die am häufigsten gestellte Frage zum Thema Knoblauch: Was hilft gegen Knoblauch-Mundgeruch? Die schwefelähnlichen Stoffe, die für den Geruch verantwortlich sind, kann man neutralisieren:• Rohe Äpfel essen – quasi ein Deo für den Mund – die Enzyme der Frucht neutralisieren den Geruch• Kräuter kauen. Petersilie, Minze mit ihren ätherischen Ölen wirken dem Geruch entgegen• Zitronenscheiben lutschen – ihre säurehaltigen Inhaltstoffe mildern den Atemgeruch• Fetthaltige Milch trinken, das ist der bekannteste Klassiker. Am besten schon während des Essens ein Glas zur Vorbeugung nehmen• Grüntee wirkt ähnlich wie die Enzyme in den Äpfeln • Kardamom oder Ingwer kauen (Vorsicht, Ingwer ist scharf). Antonia Rose