Sie wächst in fast jedem Garten, fast das ganze Jahr über, ist manchen lästig, verbirgt jedoch viele wertvolle Eigenschaften: die Vogelmiere. Die einen betrachten sie als Unkraut, die anderen als leckeres Wildgemüse. Die unscheinbare Pflanze mit dem botanischen Namen Stellaria media bedeckt kahle Flächen wie ein grüner Teppich und wächst bevorzugt auf stickstoffreichen Böden. Deshalb ist sie ein guter Indikator für ausreichend Stickstoff im Boden. Gerade in den Monaten, in denen manche Beete leer stehen, kann die Vogelmiere Lücken füllen und somit Erosion verhindern. Der Name „Vogelmiere“ kommt daher, dass sie gerne auf dem Speiseplan von Federvieh steht. Erkennbar ist sie an den grasgrünen, saftigen Stängeln und Blättern und an den winzigen weißen Blüten. Zieht man den Stängel auseinander, erscheint eine elastische Faser. Bei genauer Betrachtung sind winzige Härchen an den verzweigten Stängeln und Blättern sichtbar. Die Blüten bestehen aus fünf getrennten Blütenblätterpaaren. Die Härchen und die weiße Blütenfarbe sind wichtige Unterscheidungsmerkmale der Vogelmiere gegenüber ähnlichen, nicht essbaren Pflanzen.
Geschätztes Wildgemüse
Die Vogelmiere ist komplett essbar: sie hat einen mild-nussigen, Salat-ähnlichen Geschmack. Sie kann roh in Salaten oder auf dem Butterbrot gegessen werden, lässt sich aber auch wie Spinat kochen. Zudem findet sie in Kräuterbutter, Suppen oder Pesto hervorragende Verwendung.
Die Pflanze wird seit jeher als nährstoffreiches Wildgemüse geschätzt. Sie enthält die Vitamine A und C, die Mineralstoffe Eisen, Kalium und Zink sowie Schleimstoffe und Flavonoide. Deshalb wird sie gerne in Frühjahrskuren eingesetzt. In der Volksmedizin gilt die Vogelmiere als hustenstillend, verdauungsfördernd und entzündungshemmend. Außerdem wird die Pflanze bei Nieren- und Blasenentzündungen, Rheuma und Lungenleiden empfohlen.
Naomi Bosch