Kleine, feine Mairüben

Erntereif in Rekordzeit, denn Mairüben sind schnelle Wachser. Deswegen eignen sie sich gut als Vorkultur zu einer späteren Hauptkultur wie Gurken, Bohnen und dergleichen.

Ein weiterer Grund, Mairüben zu ziehen, ist baldiges Ernten. Wer im neuen Gartenjahr möglichst früh was ernten will, halte sich an Mairüben. Das sind die dicken Schwestern des schlanken Stielmuses. Beide wachsen sozusagen auf einem Holz, nur dass Stielmus als eine Unterform von Speiserüben nicht richtig auswächst, sondern sich auf die Ausbildung der Stängel konzentriert, Mairüben dagegen Rübchen bilden. Beide Gemüsearten sind botanisch eng verwandt und gehen unter der Bezeichnung Bressica rapa, nur dass die eine Varietät eben mehr Stängel liefert, die andere Rübchen. Daher ist es nicht ratsam, Saatgut, zum Beispiel für Rübstiel, sowohl für Stängel wie für Rübchenanbau nutzen zu wollen. Jede Art hat ihr eigenes Saatgut und eigene Anweisungen zur Kultur.

Es gibt mehrere Sorten, die ganz weißen, die halb und halb lila-weißen und die gelben. Letztere schätzen unsere französischen Nachbarn sehr, nennen sie Navette, während hierzulande die lila-weißen am verbreitetsten sind. Gelbe Rübchen demonstrieren die enge Verwandtschaft mit Teltower Rüben. Alle diese Speiserüben sind um zig Ecken verwandt, haben etwas rettichartigen Geschmack durch senfölhaltige Inhaltstoffe, mal mehr mild und zurückhaltend, mal mehr pfeffrig, sind immer bekömmlich, insgesamt saftig und kalorienarm, leicht verdaulich und gesund, sowohl roh wie gegart oder gegrillt ein Genuss. Mairüben enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe, sind deswegen gut geeignet, hemmende Frühjahrsmüdigkeit zu überwinden, das umso mehr, als man sie abwechslungsreich zu sich nehmen kann.

Mairüben sät man so früh wie möglich, sowie der Boden genügend abtrocknete, je nach Witterung und Lage, spätestens ab März. Man fördere mit gutem, humus- und nährstoffreichem Boden, andauernd genügend Feuchtigkeit und viel Licht und reichlich Sonne. Viel Licht ist besonders bei Anbau unter Glas und Folie wichtig, weil die den Lichteinfall bremsen. Wenn Sonne, dann keinesfalls schattieren, sondern ausgiebig lüften. Bei aufmerksamer Pflege wachsen Mairüben schnell, so dass man bei optimalen Bedingungen schon nach 30 Tagen ernten kann.

Mairüben brauchen ausreichend Platz. Man kann gar nicht so dünn säen, als dass nach Aufgehen der Saat nicht rechtzeitiges Verziehen auf 10–15 cm in der Reihe unnötig wäre. Man erntet die Rübchen, sobald sie 5 cm Durchmesser erreicht haben, weil sie so am zartesten sind und am besten schmecken. Man lässt sie allgemein selten bis auf 15 cm auswachsen, zumal sie meist als Vorkultur gezogen werden. Die nächste Gemüseart als Hauptkultur muss schon bald gesät oder gepflanzt werden. Also ist rechtzeitig Platz zu schaffen.

Ilse Jaehner