Die große Kapuzinerkresse (wissenschaftlicher Name: Tropaeolum majus) mit ihren wunderschönen roten, gelben oder orangenen Blüten und den tiefgrünen Blättern ist ein herrlicher Blickfang im Garten
Der Kreuzblütler Kapuzinerkresse gehört zur eigenständigen Familie der Kapuzinerkressengewächse. Es handelt sich um eine Neophyte. So nennt man alle Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas am 12. Oktober 1492 in ein Gebiet gebracht wurden, in dem sie naturgemäß nicht vorkommen – in unserem Fall eben Europa. Ihre ursprüngliche Heimat ist Mittel- und Südamerika. In den feuchten Gebieten der Anden wächst sie schon seit vielen Jahrhunderten. Vor mehr als 700 Jahren kannten sie bereits die Inkas, die ihre Heilkraft zur Schmerz- und Wundheilung einsetzten.
Bei den Indianern gilt sie noch heute als traditionelle Heilpflanze. Verwendung findet sie bei Hautkrankheiten, Kopfschmerzen, Infekten und Vergiftungen. Bei uns wurde die Kapuzinerkresse lange Zeit lediglich als Zierpflanze verwendet, später dann zur Blutreinigung in Frühjahrsalaten ergänzt.
Der Jesuit, Chronist und Naturforscher Bernabé Cobo (1582 bis 1657) befasste sich mit der Heilkunde der Indianer und beschrieb die Kapuzinerkresse detailliert. Aufgrund ihres hohen Vitamin-C Gehaltes wirkt sie vorbeugend gegen Skorbut, eine Vitamin-C-Mangelerkrankung, die früher insbesondere bei Seeleuten oft tödlich verlief.
Für die medizinische Wirkung sind insbesondere die Glucosinolate von Bedeutung, die den Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fraßfeinde und Mikroorganismen dienen. Glucosinolate werden vom Körper zu Senfölen umgewandelt. Diese schwefel- und stickstoffhaltigen chemischen Verbindungen hemmen die Vermehrung von Viren, Bakterien und Pilzen. Demzufolge wird beschrieben, dass die Kapuzinerkresse ein natürliches Antibiotikum sei. Sie wird daher gerne bei Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitiden und Infektionen der ableitenden Harnwege eingesetzt. Viele positive Erfahrungen und Untersuchungen belegen ihr Wirkspektrum. Über verschiedene Mechanismen und Wege sollen sie sogar Krebszellen abtöten können. Außerdem wurde festgestellt, dass Senföle auch eine antidiabetische und lipidsenkende Eigenschaft haben. Kapuzinerkresse kann als Prophylaxe und Therapie bei vielen Erkrankungen eingesetzt werden. Die Pflanze ist reich an gesundheitsfördernden Inhaltstoffen, neben Vitamin C finden sich auch das wichtige Vitamin K, sowie die Mineralstoffe Kalium und Magnesium. Vitamin K ist essenziell (unentbehrlich) für die Blutgerinnung. Die Blutgerinnung selbst ist ein komplizierter Vorgang, der in mehreren Phasen abläuft und von der Leber aus gesteuert wird. Ohne diese Abläufe können Blutungen nicht zügig gestillt werden. Ein schneller Wundverschluss ist auch für uns „Gärtner” sehr wichtig, kommt es doch gerade beim fleißigen Schaffen und Werkeln immer wieder zu kleineren oder größeren Verletzungen Insofern ist es nicht verwunderlich, dass für die Pharmaindustrie in Thüringen auf circa 10 Hektar Kapuzinerkresse angebaut wird.
Äußerliche Anwendung: Legt man frische Blätter auf schmerzende Muskelstellen, so wandelt der Körper die enthaltenen Senfölglykoside in Benzylsenföle um. Eine leichte Gewebereizung ist die Folge und eine durchblutungsfördernde, schmerzlindernde Wirkung setzt ein.
Kapuzinerkresse ist auch dafür bekannt, dass sie anregende, vitalisierende und belebende Kräfte freisetzt. Mit ihrer Schärfe ist sie nämlich gut geeignet, „um zu erwärmen“. Ihre Pflanzensignatur steht insgesamt für Lebensfreude, Ausgelassenheit und Fröhlichkeit, sie bietet also neue Energie und Unternehmungslust für „Stubenhocker“. Im Jahr 2013 kürte man sie nicht ohne Grund zur Arzneipflanze des Jahres.
Gesundheitstipp – Kapuzinerkresse-Tee:
Antonia Rose