Ähnlich wie Königs- und Nachtkerze, wandern Akeleien über die Jahre quer durch unsere Gärten und erfreuen uns stets mit ihrer besonderen Blütenpracht, insbesondere den arteigenen Nektarspornen. Sie verbreiten sich sehr gerne über Samen, der aber nur recht kurze Strecken zu überwinden weiß und eine neue Pflanze bildet, sofern er auf offenen Boden trifft.
Jedoch sind Akelei-Arten keine Zweijahres-Blumen, sondern meist drei- bis fünfjährige, als auch langjährige ausdauernde Stauden. Das reich verzweigte Wurzelsystem bildet schlanke, leicht verholzende Rhizome mit einer Pfahlwurzel als Überdauerungsorgan. An einer Pflanze können mit der Zeit bald mehrere aufrechte, auch verzweigte Stängel zusammenstehen. Die Akeleien (Aquilegia) gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die 70 bis 75 Arten sind in den gemäßigten Gebieten der nördlichen Halbkugel verbreitet, können aber infolge der variantenreichen Artenvielfalt unterschiedlichste Habitate einnehmen. Es gibt auch Spezialisten unter ihnen. Im Nordamerikanischen Raum haben die Akeleien evolutionsgeschichtlich ihre Nektarsporne sogar den Vorkommen unterschiedlicher Bestäuber angepasst. Es ist also erstaunlich, dass je nach Region, die vorherrschenden Arten Blütenbesuche von Schwebfliegen, Hummeln, Schwärmern oder Kolibris erwarten dürfen. In Europa handelt es sich dabei in der Regel um Hummeln. Im gartenbaulichen Umfeld werden Sorten verschiedener Arten als Zierpflanzen verwendet.
Die Farben der Blütenhüllblätter reichen dabei bei europäischen Sorten von weiß bis blau und amerikanischen Sorten von gelb bis rot. Doch auch bei den Akeleien versucht die Züchtung immer neue Farbvarianten zu schaffen. Es sind elegante Horststauden, d.h. nicht wuchernd. Sie sind mehr oder weniger stark gespornt, einfach oder gefüllt, glockenförmig und in vielen Farben zu haben. Manche Arten dienen auch als Schnittblumen, Zwerg- und alpine Arten eignen sich sehr gut für Steingärten. Je nach Sorte blühen sie im späten Frühjahr und Frühsommer. Ihr idealer Standort im Garten lässt sich mit einem eher leichten, gut gedüngten, durchlässigem Boden beschreiben, dabei sonnig und windgeschützt, in heißen Lagen auch etwas schattig. Übrigens, falls Sie es noch nicht bemerkt haben: Akeleien besitzen auch den Lotuseffekt, d.h. die Benetzbarkeit der Blattoberfläche ist gering und das Wasser perlt in Tropfen ab, wie bei den Lotusblumen.
Jörg Gensicke