Wein, Kürbisse und der Erhalt alter samenfester Sorten waren die Themen der Lehrfahrt des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Bodensee-Hegau am 19. und 20. Oktober, die wieder von unserem ehemaligen 1. Vorsitzenden und Beisitzer Horst Huchler zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte organisiert wurde. Die erste Station war der Badische Winzerkeller in Breisach, der die Ernte von 4.000 Winzern aus 7 Weinbaugebieten mit insgesamt 1.400 ha Weinbaufläche zu über 500 Weinen ausbaut.
Bei der obligatorischen Weinprobe nach der Besichtigung der Kellerei erfuhr man interessante Hintergründe zum Thema Wein, so unter anderem den Ursprung des Anstoßens: In den Zeiten, als Gifte ein verbreitetes Mittel zur Konfliktlösung waren, ließ man durch ein etwas kräftigeres Anstoßen etwas vom Inhalt seines Glases in das seines Gegenübers schwappen und wartete dann mit dem Trinken ab, ob er einen Schluck aus seinem Glas nahm. Glücklicherweise können wir heute die Gläser fröhlich erklingen lassen und unserem Gegenüber lächelnd in die Augen schauen.
Nach dieser Einstimmung kam eine weitere typische Herbstfrucht – der Kürbis – zu seinem Recht, und zwar bei der Kürbisausstellung auf dem Bohrerhof bei Feldkirch, wo mit Kürbissen verschiedene Tiere gestaltet waren. Im Restaurant des Hofes und Landhotels konnten die Teilnehmenden die lokalen Köstlichkeiten aus dem Markgräflerland gleich genießen oder aus dem Landmarkt als Souvenir mit nach Hause nehmen.
Gärtnerischer Höhepunkt war am zweiten Tag der Besuch der Kaiserstühler Gärten in Eichstetten am Kaiserstuhl: Eine Stiftung, die sich die Bewahrung der Kulturpflanzenvielfalt auf die Fahne geschrieben hat und über 1.000 Arten und Sorten kultiviert, von Getreide über Gemüse, Kräuter bis hin zu bedrohten „Kulturbegleitern“, Raritäten und Zierpflanzen – alleine der Katalog ist 66 Seiten lang. Bei der Führung lag der Schwerpunkt zwar auf der Tomatenvielfalt, von denen über 220 Sorten als Saatgut angeboten werden, aber die Gartenfreundinnen und Gartenfreunde vom Bodensee erfuhren auch, dass alte Sorten nicht nur als Kulturgut per se erhalten werden sollten, sondern als Genreservoir für die Züchtung neuer und robuster Sorten von unschätzbarer Bedeutung sind.
Dass in Baden das leibliche Wohl nicht zu kurz gekommen ist, versteht sich von alleine und so freuen sich nach dieser „ganzheitlichen Lehrfahrt“ die Teilnehmenden schon auf die Lehrfahrt 2025, zu der die Mitglieder aller Vereine des Bezirksverbandes herzlich eingeladen sind. Da nur 40 Plätze zu vergeben sind, gilt auch hier: Wer sich bald anmeldet, ist dabei.