Brassica rapa subspecies pekinensi gehört zur Familie der Kreuzblütlergewächse. Wie der Name nahe legt, stammt dieser Kohl ursprünglich aus China. Dort wurde er als Baicai, das heißt weißes Gemüse, bezeichnet.
Vor etwa 1500 Jahren begann man in der chinesischen Provinz Kanton, Chinakohl anzubauen. Man vermutet, dass es sich um eine Kreuzung zwischen der Speiserübe und Pak Choi gehandelt hat. Pak Choi wird hierzulande Senfkohl genannt. Eine besondere Spezialität kommt aus Korea: Kimchi. Dabei handelt es sich um durch Milchsäuregärung (Fermentierung) zubereiteten pikanten Chinakohl. In Deutschland wurde Chinakohl erst im 20. Jahrhundert bekannt und galt zunächst einmal als ein eher weniger beliebtes Gemüse. Einer der Gründe für das später wachsende Interesse liegt wohl an der steigenden Beliebtheit der asiatischen Küche, dessen Grundlage eben der Chinakohl ist. Und der Chinakohl hat tatsächlich Einiges zu bieten. So ist die Liste seiner Nährstoffe ziemlich lang: Vitamin A, B1, B2, B3, B5, B6, C, K1 und Carotin. Mineralstoffe liefert er in Form von Eisen, Kupfer, Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Selen und Zink. Hinzu kommen wichtige Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, ferner gesättigte und ungesättigte Fettsäuren sowie essentielle Aminosäuren. Nicht zu vergessen sind die Senföle, die beim Schneiden oder Kauen entstehen. Deren Inhaltstoffe wirken gegen Bakterien, unterstützen das Immunsys-tem, beeinflussen die schädigenden Sauerstoffmoleküle und neutralisieren die gefährlichen freien Radikalen. Im Folgenden ein Überblick über die gesundheitlichen Vorteile:
Antioxidative und entzündungshemmende Wirkung
Kreuzblütler wie Chinakohl können vorbeugend gegen chronische Erkrankungen wirken, die mit oxidativem Stress in Zusammenhang stehen, also Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen wie Krebs. Dafür verantwortlich sind die enthaltenen Polyphenole, die als Antioxidantien wirken. Ferner die Senföle, die Farb- und Geschmackstoffe der Pflanze sowie die Vitamine A und C. Analysen haben gezeigt, dass Chinakohl den höchsten Gehalt an Sinapinsäure aufweist, die gleichfalls zu den Polyphenolen gehört.
Immunsystem stärkende Wirkung
Der hohe Anteil an Vitamin C, die Polyphenole und die Senföle tragen zu einer gesunden Funktion des Immunsystems bei. Als wichtigster Bestandteil des Chinakohls werden die Glucosinolate aufgezählt, auch Senfölglykoside genannt. Mit Hilfe der körpereigenen Enzymtätigkeit entstehen daraus die wichtigen Senföle. In einigen Studien konnte deren krebshemmende Eigenschaften nachgewiesen werden.
Ferner zeigten weitere wissenschaftliche Untersuchungen, dass der Verzehr von Kreuzblütlern mit einem geringeren Risiko einherging, an verschiedenen Krebsarten zu erkranken. Genannt wurden die Zellverbände von Darm, Lunge, Magen, Brust, Blase und Prostata.
Um von der hemmenden Wirkung zu profitieren, sollte der Kohl möglichst roh und gut gekaut verzehrt werden. Beim Kochen gehen über 50% der Glucosinolate verloren. Daher empfiehlt sich kurzes Dämpfen bei geringer Temperatur.
Gesunde Knochen
Der hohe Anteil an Vitamin K ist wichtig für ein gesundes Wachstum von Knochen und Knorpelgeweben. Unser Körper kann nur mit Hilfe von Vitamin K den Mineralstoff Calcium binden, der für einen guten Knochenaufbau sorgt. Fehlt dieses Vitamin, droht die gefürchtete Osteoporose. Bei Osteoporose werden die Knochen brüchig und porös. Schon 100 Gramm Chinakohl decken den Tagesbedarf an Vitamin K und können das Osteoporoserisiko senken.
Fazit: Brassica rapa subspecies pekinensi ist ein chinesischer Alleskönner, ein dickes Gesundheitspaket.
Antonia Rose