Der gute alte Apfel

Viele Lebensmittel sind nicht nur lecker, sondern auch hilfreich bei Erkrankungen. Sogar einfache Grundnahrungsmittel können vielseitig eingesetzt werden.    

Dieser alte Spruch aus England trifft die Sache im „Kern“. Kaum ein anderes Nahrungsmittel versteckt so viel Heilkraft. Etwa 3000 Jahre alt ist der Kulturapfel, der aus dem Kaukasus stammt und während der Kreuzzüge über Griechenland in das nördliche Europa gelangte. Der Apfelbaum hat mythologische Bedeutung als Symbol von Ganzheit, Fruchtbarkeit, als Symbol von Macht und wird nicht zuletzt in unzähligen Märchen erwähnt. Eine Vielzahl von Vitalstoffen wirkt heilend auf den ganzen Organismus: Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium Natrium, Phosphor, Vitamine, Enzyme und weitere 300  weitere Biostoffe.   

Die Bandbreite der Heilwirkung ist riesig: Der Apfel wirkt stärkend und aufbauend, blutbildend, nervenstärkend, fiebersenkend, entschlackend und entgiftend. Der Wasserhaushalt und die Verdauung werden reguliert, er entlastet Herz und Kreislauf, regt den Fettstoffwechsel an und reduziert die Bildung von schädlicher Harnsäure.   

Bereits Hildegard von Bingen kannte die Heilkraft des Apfels und empfahl die Früchte, Blätter und Knospen bei vielen Leiden und Beschwerden. Vor allem gilt der Apfel bei verschiedenen Erkrankungen als wichtiges Diätetikum, speziell bei Rheuma und Gicht, Magen, Darm, Herz und Kreislauferkrankungen, Arterienverkalkung, Leber, Nieren und Steinleiden, bei Fettleibigkeit, Ekzemen und Hauterkrankungen.    

Bleibt nur die interessante Frage: Wie in aller Welt schaffen diese kleinen runden Wunderfrüchte das alles?   

Die Forscher um Tine Rask Licht (Lebensmittel-Forschungsinstitut der Technischen Universität Kopenhagen; Bericht im Fachjournal „BMC Microbiology“) vermuten die in Äpfeln enthaltenen Pektine als mögliche Ursache. Bei Pektinen handele es sich um für den Menschen unverdauliche Ballaststoffe, die aber von manchen Bakterien genutzt werden könnten. Eine pektinreiche Diät könne die Menge nützlicher Bakterien im Verdauungstrakt erhöhen, was im Tierversuch dargestellt wurde. Diese Bakterien stellten zum einen bestimmte Buttersäure-Ester her, die den Zellen der Darmwand als Treibstoff dienten. Würden Äpfel über längere Zeit gegessen, schienen die Bakterien zudem die Produktion kurzkettiger Fettsäuren zu fördern. Dadurch ergebe sich eine günstige Balance von Mikroorganismen im Darm.   

Last but not least eine sehr erfreuliche Nachricht für Diabetiker, die ja vieles leider nicht essen dürfen: Die glykämische Last der Äpfel liegt lediglich bei Vier und ist damit ausgezeichnet. Sie dürfen also beherzt zubeißen, raspeln, braten – ganz nach Ihrem Gusto!               

Antonia Rose

 

Rezept mit Apfel:   

Herbstlicher Apfel-Spinat-Salat mit Feta und Walnüssen   

Zutaten: 200 g frischer Blattspinat, 1 dünn geschnittener Apfel, 100 g zerbröckelter Feta, 50 g grob gehackte Walnüsse, 50 g getrocknete Cranberrys   

Dressing: 2 EL Olivenöl, 1 EL Balsamico-Essig, 1 TL Honig, Salz und Pfeffer   

 

Anleitung:   

  • Blattspinat waschen und trocknen.   
  • Apfelscheiben, Feta, Walnüsse und Cranberrys auf dem Spinat verteilen.   
  • Dressing aus Olivenöl, Balsamico, Honig, Salz und Pfeffer mischen.   
  • Dressing über den Salat geben und vorsichtig vermengen.   
  • Servieren und genießen!   

 


Anwendung und Wirkungsweise   

Roh gegessen:   
Stärkung des Verdauungssystems, verdauungsfördernd, entwässernd anregend, blutdruckregulierend   

Auf nüchternden Magen:   

zur Linderung von Kopfschmerzen   

Gerieben:   

stopfend bei Durchfall (mit Schale reiben, mehrmals täglich)   

 

Gekocht:   

bei Verstopfung und zur Beruhigung   

 

Gebraten:   

gegen Heiserkeit, Husten und Katarrhe   

 

Gedörrt:   

fiebersenkend   

 

Apfelschalentee:   

beruhigend, zur Einschlafförderung, bei Erkältungskrankheiten; (Zubereitung: Apfelschalen in der Sonne oder im Backofen trocknen, 1 Esslöffel zerkleinerte Schale auf 1 Tasse kochendes Wasser)   

 

Apfelsaft:    

bei Darmträgheit und Fettleibigkeit, Erkältungskrankheiten, Fieber, Heiserkeit, Entzündungen, Rheuma, Gicht, verhütet Steinbildung   

 

Apfelessig :   

der Feind vieler Krankheitserreger, desinfizierend und entgiftend (Anwendung: 1-2 Teelöffel Apfelessig auf ein Glas Wasser mit etwas Honig)   

 

Apfeldiät:   

einmal im Jahr zwei Tage lang 1-1,5 kg Äpfel mit Schale reiben und über den Tag verteilt essen, dazu nur klares Wasser trinken. Den dritten Tag mit leichter Kost beginnen.