Der Kürbis hat Einzug gehalten in unsere Küchen und erfreut sich seit langem großer Beliebtheit – auch in optischer Hinsicht. In vielen Schrebergärten finden regelmäßig Wettbewerbe statt: Wer hat den schwersten Kürbis?
Man kann es kaum glauben, Kürbisse sind kein Gemüse, sie zählen zu den Beerenfrüchten. Laut Definition sind Beeren Früchte, deren Samen frei im Fruchtfleisch liegen. Die Botaniker machen da wenig Unterschied zwischen großen und kleinen Beeren. Die ursprüngliche Heimat der Speisekürbisse ist Mittel- und Südamerika. Dort gehörten Kürbisse seit 10.000 Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der indigenen Bevölkerung (so bezeichnet man die Nachfahren der Erstbewohner). Zusammen mit Bohnen und Mais baute man die Früchte in Mischkultur an. Unser heutiger Gartenkürbis kam erst relativ spät nach Europa, vermutlich durch die Seefahrer im 15. Jahrhundert.
In Mitteleuropa betrachtete man den Kürbis zunächst als Viehfutter. In Deutschland fand man aber schnell heraus, dass sich die Kerne zur Ölgewinnung eignen. Sein Einzug in die allgemeine Küche dauerte noch ein wenig. Als vielseitig nutzbares Gemüse hat er inzwischen unzählige Rezepte bereichert. Besonders der aus Ostasien stammende Hokkaidokürbis wird wegen seines aromatischen Geschmacks sehr geschätzt. Ab Oktober sind Kürbisgerichte nicht mehr vom Speiseplan wegzudenken.
Vitaminbombe Kürbis
Kürbisse liefern die wichtigen Vitamine C und B, sind mineralstoffreich und voller sättigender Ballaststoffe. Vor allem Kürbisse mit hell- und dunkelorgangefarbenem Fruchtfleisch stellen eine gute Quelle für Vitamin A, Kalium, Kupfer und Mangan dar. Bereits 100 g Fruchtfleisch decken 30 % des Tagesbedarfs an Vitamin A. Das wirkt sich zum Beispiel positiv auf die Sehkraft aus. Denn Vitamin A wird von unserer Netzhaut für die Absorption von Licht benötigt. Das Kürbisfleisch ist kalorienarm, es wirkt abführend, entwässernd, aufbauend und abwehrstärkend. Man setzt es ein bei Magen- und Darmerkrankungen, bei Herz- und Nierenleiden. Die heilende Wirkung beruht auf dem hohen Anteil an Kalium und Magnesium, der zur Remineralisierung des Organismus beiträgt.
Neben dem gesunden Fruchtfleisch stecken im Inneren des Kürbis noch weitere Schätze: Kürbiskerne. Außer den gesunden Fettsäuren enthalten sie reichlich pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe sowie Mikronährstoffe wie Eisen, Zink, Selen, Kupfer, Magnesium und Mangan. In einem sehr aufwendigen Verfahren stellt man daraus Kürbiskernöl her. Es entfaltet ein intensiv nussartiges Aroma und ist dazu noch sehr gesund.
Das Öl ist reich an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren, die mehr als 50% der Fettsäuren im Öl ausmachen. Neben der regulierenden Wirkung auf den Cholesterinspiegel wird dem Öl ein positiver Einfluss auf die Blase und auf gutartige Prostatavergrößerungen zugesprochen. Seine Antioxidantien stärken das Immunsystem und wirken entzündungshemmend auf den Körper. Ein hoher Anteil an Vitamin E und Selen schützt den Organismus darüber hinaus vor freien Radikalen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ölen, wie zum Beispiel Rapsöl, enthält das Kürbiskernöl bis zu 50% mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Empfehlenswert ist das Steirische Kürbiskernöl. Viele gesundheitliche Vorteile für den Menschen sind in zahlreichen Studien bereits nachgewiesen worden.
Bleibt nur noch die Frage zu klären: Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen gesättigten Fettsäuren und ungesättigten Fettsäuren?
Gesättigte Fettsäuren (LDL) werden als „schlechte Fette“ bezeichnet. Sie erhöhen im Übermaß genossen den Cholesterinspiegel beträchtlich. Damit tragen sie zum Risiko für Herz-/Kreislauferkrankungen und Diabetes bei. Gesättigte Fettsäuren sind vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurstwaren, Butter und Käse enthalten, aber auch in Schokolade, in vielen Süßwaren und Fertigprodukten. Vorsicht bei frittierten Produkten. Ungesättigte Fettsäuren (HDL) hingegen werden als „gute Fette“ bezeichnet. Man unterscheidet zwischen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Einfach ungesättigte Fettsäuren finden wir zum Beispiel in Nüssen, Avocados und pflanzlichen Ölen (Olivenöl). Sie sind wichtig für die Vitaminaufnahme im Körper und können sogar den Cholesterinspiegel senken. Leider kann der Körper sie nicht selbst herstellen, sie sind essenziell, das bedeutet, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Sie sind sehr wichtig für die Funktion des Gehirns, den Aufbau der Zellwände und einen gesunden Blutdruck. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren nimmt man beispielsweise über Leinöl, sehr fetten Fisch wie Lachs, Makrele, Hering, Dorschleber und Lebertran auf – oder eben über das gesunde Kürbiskernöl. Übrigens, mit mehr als einer Tonne Gewicht stellte der Züchter Luca Stöckl aus Bayern beim Blühenden Barock in Ludwigsburg im Herbst 2023 einen neuen deutschen Rekord in seiner Kürbissorte auf, dem Atlantic-Giant-Kürbis.
Antonia Rose
Rezept mit KÜRBIS
Zutaten: 300 g Kürbis, 125 ml Wasser, 125 ml Milch, 1 EL Margarine, 500 g Mehl, 2 EL Zucker, 1 TL Salz, 1 Pck. Trockenhefe und Fett für die Form
Anleitung: Den Kürbis (geschält) im Wasser kochen, abgießen. Durch ein Sieb passieren oder mit einem Zauberstab pürieren. Die Milch und die Margarine unter die Kürbismasse rühren. Dann das Mehl, Zucker, Salz und Hefe unter kneten, hier können nach Belieben noch weitere Zutaten wie Walnüsse oder Rosinen hinzugefügt werden. Den Teig in eine gefettete Kastenkuchenform geben. Ca. 30 min gehen lassen. In den kalten Ofen schieben und bei 170 °C Ober-/Unterhitze ca. 40–50 min backen.
Tipp: Den Teig kann man, wie schon erwähnt, mit weiteren Zutaten nach Geschmack verfeinern und das fertige Brot kann man auch einfrieren.