Der Monat mit den längsten Tagen des Jahres ist ein Geschenk für Gartenbesitzer, jetzt notwendige Arbeiten gemächlich zu tun und dabei den Garten zu genießen. Nach getaner Arbeit, wenn spät erst gegen 23 Uhr die Nacht beginnt, fliegen pünktlich um den Johannistag Glühwürmchen. Den Kaulquappen im Gartenteich wachsen schon Vorderbeine, Libellen schlüpfen aus ihren Larvengehäusen, Vogeljunge verlassen die Nester. Der letzte Vorgang ist wichtig zur Bestimmung des Termins zum Schnitt laubabwerfender Hecken. Er erfolgt erst, wenn die jungen Vögel aus den Nestern sind. Was bei Hecken die Heckenschere, ist bei Rosen im Rosenmonat und weiter die Rosenschere. Sofort nach dem ersten Flor im Juni werden Rosenpflanzen jeweils von Verblühtem befreit. Die Rückschnitte erfolgen stets auf mindestens das erste vollentwickelte, also fünf-fiedrige Blatt unter den vergehenden Blüten beziehungsweise Blütenständen. So verfährt man weiter bis Herbstende.
Sehr wichtig als Terminarbeit ist die Aussaat von Zweijahrsblumen. Dazu kurze Hinweise: Samen von Marienglockenblumen keimt erst nach 2–3 Wochen. Deswegen säe man in Schalen oder Pikierkisten, pikiere nach 2–3 Wochen, pflanze erst später aus. Stockrosen früh im Juni säen, jeweils 2–3 Samen direkt in Töpfe, nach dem Keimen nur den kräftigsten Keimling stehenlassen. Bartnelken in der ersten Junihälfte säen, in Pikierkisten so dünn, dass unmittelbar aus der Kiste auf ein Beet gesetzt werden kann, wo die Pflanzen weiter erstarken. Tausendschön sind in der zweiten Junihälfte dran, brauchen bis zum Keimen Schatten. Aufgepasst! Stiefmütterchen sind Dunkelkeimer. Am besten Saatgefäß in einen kühlen, dunklen Keller stellen und Substrat feucht halten. Schöterich oder Goldlack (Erysium x allionii) im Juni/Juli in Torftöpfe säen und schon als junge Pflanzen an Ort und Stelle setzen. Nach dem Auspflanzen auf Befall von Erdflöhen achten. Bei Vorkultur in Schalen oder Töpfen keimfreies Substrat verwenden und so dem Auftreten von Keimlingskrankheiten vorbeugen. Ohne Vorkultur sofort auf ein Freilandbeet sät man Vergissmeinnicht, Fingerhut, Königskerzen, Judassilberling.
In der ersten Junihälfte ist die bevorzugte Pflanzzeit von Wasser- und Sumpfpflanzen. Ferner ist Gelegenheit zur Vermehrung früh blühender Stauden mit Hilfe von Stecklingen. Das gilt unter anderem für Polsterphlox, Felsensteinkraut, Schleifenblume. Manche der früh blühenden Staudenarten lassen sich teilen, so allerlei Primeln, Lungenkraut, Gedenkemein, Schaumblüte und andere. Im Juni kann man Rosen mit Hilfe von Stecklingen vermehren, zum Beispiel Kletterrosen. Nebenbei laufen Pflegearbeiten, Rasenschnitt, Lockern der Erde auf Staudenbeeten, damit verbundene Unkrautbekämpfung, rechtzeitiges Stützen hochwachsender, windempfindlicher Stauden, Ausdünnen zu dichter Saaten von Einjahrsblumen. Auch sie brauchen genügend Platz, um sich gut zu entwickeln und schön zu blühen.
Ilse Jaehner