Dieser Monat ist wechselwarm
Mal ist der Frühling schon da, mit viel Sonne und entsprechender Wärme, mal ist davon nichts zu sehen und zu spüren. Ist es vergleichsweise kühl, nutzt man den verhaltenen Wachstumsbeginn noch zum Schnitt von Blütensträuchern und Rosen. Außerdem ist die Gelegenheit zur Pflanzung von laubabwerfenden Sträuchern und Bäumen günstig. Je eher das jetzt geschieht, desto besser fassen die Pflanzen Fuß und treiben voll durch, sowie es wärmer wird. Geht es schon mehr auf Frühling zu und erwärmte sich die Erde bereits ausreichend, können härtere Einjahrsblumen wie Kornblume, Mohn, Ringelblume, Rittersporn, Schleifenblume und dergleichen an Ort und Stelle gesät werden. Zur gleichen Zeit beginnt die Anzucht von Einjahrsblumen mit Vorkultur im Frühbeet oder Kleingewächshaus, notfalls auf der Fensterbank. Größere Samen sät man der Einfachheit halber gleich in kleine Töpfe, so den Pikiervorgang sparend. Für feinere Sämereien nimmt man Saatschalen, sät dünn und pikiert, sobald die Sämlinge zu fassen sind. Ausreichend Platz während der gesamten Anzuchtzeit ist wichtig, damit die jungen Pflanzen gedrungen wachsen. Reichlich Licht und gebremste Wärme sind weitere Voraussetzungen für kerngesunde Entwicklung.
Die Witterung bestimmt ferner den Beginn der Pflanzzeit von Stauden, vorrangig von sommer- und herbstblühenden. Es geht aber nicht nur um Neupflanzungen, sondern um die Möglichkeit, bereits vorhandene Stauden durch Teilung zu vermehren. Teilung sorgt nebenbei dafür, dass sich ältere Exemplare von Stauden, die mit der Blühleistung nachzulassen beginnen, neu bestocken, wieder kräftig durchtreiben und gut blühen. Das Frühjahr ist außerdem die beste Pflanzzeit für ausdauernde Farne und staudige Ziergräser. Gräser lieben allgemein sonnige Standorte und leichtere, sandig-lehmige Erde, Farne eher halbschattige Plätze und frischen, humosen Boden. Staudenanzuchten aus Wintersaaten wachsen im Frühbeet zügig voran. Außerdem lassen sich viele Stauden mit Erfolg säen. Man verpflanzt sommerblühende Zweijahrsblumen wie Fingerhut, Nachtkerze, Bartnelke und dergleichen vom Anzuchtbeet an den endgültigen Standort. Canna, Dahlien, Knollenbegonien blühen eher, wenn die Knollen nun eingetopft und im Gewächshaus oder Frühbeet angetrieben werden. Rasen legt noch mal so gut los, wenn er jetzt verticutiert, gesandet und gedüngt wird. Vorhandene Rasenflächen tendieren nach vorzugsweisem Gebrauch stickstoffbetonter Spezialdünger zunehmend zu Kalium- und Magnesiummangel, was bei der Düngung zu berücksichtigen ist. Ab und an einen Volldünger streuen ist durchaus ratsam.
Ilse Jaehner