Die Erdbeeren sind reif.

Wässern und düngen nicht vergessen. Erdbeeren aus dem eigenen Garten schmecken bestens. Vorteilhaft pflückt man in den frühen Vormittagsstunden, nachdem Tau abtrocknete. Man vermeide Ernte in regennassem Bestand, pflücke nicht in Mittagshitze, immer nur möglichst vollreife Beeren und lege sie in nicht zu großen Behältern ab. Beim Pflücken hält die eine Hand den Fruchtstand, mit der anderen löst man die Frucht vom Stiel. Wer schonend erntet, erntet mehr. Erdbeeren brauchen während der Blüten- und Fruchtbildung reichlich Wasser. War das Frühjahr trocken, wie mittlerweile oft, geraten die Pflanzen in Notstand, zumal sie gewöhnlich vollsonnig stehen, außerdem flach wurzeln. Das Wasser nicht flächig verteilen, sondern einen Rieselschlauch zwischen die Erdbeerreihen legen, so dass nur die Erde nass wird, nicht die Pflanzen selbst und folglich Erdbeergrauschimmel nicht gefördert wird, wie es andernfalls möglich wäre. Damit verabreichtes Wasser den Pflanzen nützt und nebenbei die Früchte sauber bleiben, breitet man zwischen den Reihen Bodendecke aus Stroh, Holzwolle oder dergleichen aus. Die verhindert außerdem, dass viel vom Wasser ergebnislos verduns­tet. Kräftige Erdbeerpflanzen fangen schon während der Ernte mit der Bildung von Ausläufern an. Diese sind abzuschneiden, braucht man sie nicht zur Bildung von Jungpflanzen für ein neues Erdbeerbeet. Zugleich zupft man Unkräuter, hackt also nicht, denn Erdbeeren wurzeln flach, haben grundsätzlich etwas gegen Unkrautbekämpfung mit der Hacke, die die Wurzeln stören würde. Erdbeeren entwickeln die Blütenknospenanlagen für das nächste Jahr schon ab Ende Juli /­ Anfang August. Eine Termindüngung unterstützt sie dabei. Damit die verabreichten Nährstoffe zeitgerecht verfügbar sind, erfolgt Düngung Ende Juni / Anfang Juli. Man beachte bei der Auswahl des Düngers, dass Erdbeeren chlor­empfindlich sind, verwende einen Erdbeerspezialdünger oder einen biologischen Naturdünger und richte sich nach den jeweiligen Mengenangaben. Eine durchschnittliche Gabe beträgt 40 bis 50 g/m2, diese Menge entweder auf einmal, besser geteilt im Abstand von 14 Tagen streuen, die Erde vorsichtig auflockern und den Dünger einarbeiten. Sollte es danach nicht bald ausreichend regnen, ist zu wässern, damit die Erdbeerpflanzen die Nährstoffe des Düngers wirklich zum Termin aufnehmen. Öftertragende Erdbeersorten sind noch mehr auf gute Nährstoffversorgung angewiesen. Die Pflanzen legen zwischen Ende Juni / Anfang Juli eine kleine Pause ein. Zu Beginn der Pause düngt man zur Unterstützung des zweiten Ernteschubs. Noch im September muss wieder gedüngt werden. Diese späte Düngung betrifft nur öftertragende Sorten, nicht einmaltragende. Im Oktober entfernt man alle noch vorhandenen Fruchtansätze. Sie würden sowieso nicht mehr ausreifen.

Ilse Jaehner