Erdraupen sind Larven bestimmter Schmetterlinge, die unter dem Sammelbegriff Erdeulenfalter gehen. Dazu gehört unter anderem die Wintersaateule, die viel schadet und schon mit ihrem Namen andeutet, wann besonders. Der Schmetterling wird mit einer Flügelspannweite von etwa 4 cm nur 2 cm groß, ist klein im Vergleich zu den dicken, 4-5 cm langen Raupen. Da die Falter unscheinbar gefärbt sind und vorwiegend nachts fliegen, kennt sie kaum einer. Von Mai bis in den Oktober kitten die Weibchen mit einer klebrigen Masse zahlreiche Eier an Kraut und Unkraut. Schon nach 1-2 Wochen schlüpfen die Larven, so dass sich gerade im Herbst eine neue Erdraupenplage anbahnt. Diese macht sich so unangenehm bemerkbar, weil Erdraupen heißhungrig praktisch alles fressen, zumal der Tisch nicht so reich gedeckt ist wie im Sommer, infolgedessen alles mitgenommen wird. Die Tiere passen sich mit brauner oder grauer Haut hervorragend der Erdfarbe an, verstecken sich tagsüber in Erdritzen oder unter Erdschollen und fressen unterirdisch, nachts auch über der Erdoberfläche. Sie rollen sich sofort zusammen, wenn sie sich gestört fühlen. Bei der herbstlichen Bodenbearbeitung stöbert man sie auf und kann sie vernichten.
Ilse Jaehner