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Die Garten-Saison in Straßdorf wurde bei Frost und dem Blick auf kahle Äste durch einen 2-phasigen Obstbaum-Schnitt-Kurs in der letzten Woche eingeleitet. Insgesamt 26 Gärtnerinnen und Gärtner wurden in einer Abendveranstaltung zunächst mit der Biologie der Kern- und Steinobstpflanzen durch den Fachberater Willy de Wit vertraut gemacht. Drei Tage später – bei minus 3 Grad (gefühlt minus 6) – war dann die Kleingartenanlage der Gartenfreunde Straßdorf e.V. Treffpunkt, um das erlernte Wissen – mit Schere und Säge – fachgerecht in der Praxis umzusetzen.
Die winterliche Ruhephase der Obstbäume, so Willy de Wit, ist der sinnvollste Zeitpunkt den erfolgreichen und zielführenden Pflege- und Wachstumsschnitt vorzunehmen. Der Lohn für die Arbeit mit Pudelmütze, Handschuhen und kalten Füßen ist ein gesunder Baum und eine vitaminreiche Ernte.
Wissenswertes zur Auswahl der Pflanze für den heimischen Garten, über die richtige Anpflanzung, von der Bodenbetrachtung für die Wurzeln und dem nötigen Raum für den Baum, waren ebenso Bestandteil des Grundlagenwissens wie auch die verschiedenen Formen des Pflegeschnitts bis hin zur Veredelung. Kurzum: Obstbäume im 360-Grad-Blick. So hat der Fachberater den Gärtnerinnen und Gärtnern sachkundige „Lebenshilfe“ für die Pflege und Fruchtbarkeit ihrer Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pfirsich und Pflaumenbäume gegeben.
Bei den Gartenfreunden Straßdorf e.V. wurde bei winterlichen Temperaturen in den Gärten an unterschiedlichen Obstbäumen Hand, Schere und Säge angelegt. Vom Pflanz-, Erziehungs-, Erhaltungs- bis zum Verjüngungsschnitt. Im Detail wurde das Auslichten der Kronen, die Ausbildung des führenden Astes sowie die Ausrichtung der drei Leit-Äste in einem pyramidenartigen Schnitt umgesetzt: Im richtigen Winkel und dem sicheren Abstand, damit die Sonnendurchflutung garantiert ist und die Nässe keinen Schaden am Blattwerk, den Blüten und der Frucht verursacht.
Das alles konnte nicht nur von Vereinsmitgliedern, sondern auch von vielen gärtnerisch Interessierten aus Straßdorf und Gmünd ausgeführt werden. Dieses öffentliche Angebot ist uns wichtig, so die Vereinsvorsitzende Gisela Merz, um immer wieder Anregungen bei der Baumpflege zu geben und die Sortenvielfalt beim Obst zu erhalten.
Bei der praktischen Arbeit vor Ort in Straßdorf stand zunächst die ganz individuelle Betrachtung und Analyse des Baumes, immer in Verbindung mit den Wachstumsgesetzen der Sorte. Es braucht eine ganzheitliche und ganzjährige Betrachtung, um die vitale Stärke des Baumes zu fördern und zu erhalten. Stets mit praktischen Tipps des Fachberaters Willy de Witt vor dem Schnitt, weil nach dem Schnitt nichts mehr rückgängig zu machen ist: „Die im Volksmund „Wasserschosse“ genannten Alarmtriebe dürfen nicht wahllos entfernt werden, da ein Teil von ihnen auch zum Aufbau neuer Frucht- und Leit-Äste immens wichtig ist.“
Aber nicht nur die Gesundheit der Obstbäume sind dem Fachberater wichtig. Die Arbeitssicherheit im Garten war deshalb auch Bestandteil des Kurses. Vom schnittfesten Handschuh, der Schutzbrille bis hin zur standfesten Leiter oder dem Teleskop-Werkzeug, um mit sicherem Stand die Baumpflege zu betreiben und Risiken auf der Leiter oder im Baum zu vermeiden.