Gute Ernten nach Gabe von Gesteinsmehlen

Gesteinsmehle als Bodenverbesserungsmittel sowie zur Pflanzenpflege sind beim Naturgemäßen Gartenbau unersetzlich geworden. Dabei ist das Wissen um die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit nach einer Gabe von Gesteinsmehl uralt. Schon die alten Ägypter schätzten den aus verwittertem Urgestein bestehenden Nilschlamm.    

Vergleicht man die chemische Analyse von Basalt mit dem getrockneten fruchtbaren Nilschlamm, fällt sofort auf, dass die Inhaltsstoffe und ihr Mengenverhältnis fast identisch sind. Sie enthalten beide zur Hälfte Kieselsäure und zu einem Fünftel Aluminiumoxid. Der Gehalt an Kalk und Magnesium , der bei Nilschlamm bei ca. 3 % liegt, schwankt bei den Gesteinsmehlen je nach Herkunft zwischen 4 und 12 %. Nahezu gleich sind die Werte bei Eisen, Kalium und Natrium. Die Spurenelemente Bor, Jod, Kupfer, Kobalt, Zink, Chrom, Mangan, Molybdän und Nickel sind im Nilschlamm wie im Steinmehl reichlich enthalten.   

Gesteinsmehl besteht größtenteils aus vulkanischem Gestein, welches sich erdgeschichtlich lange Zeit fließend und quellend im Erdbereich bewegte. Gelangt das Steinmehl im Garten in den Boden, wird es pro Quadratzentimeter von Millionen von Bodenorganismen verdaut und dabei zersetzt bzw. gebunden. Die Wirkung der Spurenelemente geht so durch den Boden auf die Pflanzen über.   

Die zur Hälfte beim Basaltgesteinsmehl enthaltene Kieselsäure gibt den Pflanzen Schmiegsamkeit und Festigkeit und damit auch Schutz; zudem sorgt sie für kieselsäurereiche Nahrung für den Menschen. Das zu einem Fünftel als Ton vorkommende Aluminiumoxyd spielt eine wichtige Rolle bei der Humusbildung, ohne die es keine Bodenfruchtbarkeit gäbe. Zudem geben Gesteinsmehle dem Boden eine lockere Krümelstruktur, so dass sich die Erde schneller erwärmen kann. Auf Fäulnisprozesse wirkt das Gesteinsmehl hemmend, und die Pflanzen entwickeln eine erhöhte Resistenz gegen Pilzerkrankungen und tierische Schädiger.   

Diese verschiedenen Wirkungen ergeben für den Garten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. In allen Fällen empfiehlt es sich, fein gemahlenes Steinmehl zu verwenden. Hier ist die Oberfläche am größten, die Wirkung setzt schneller ein. Von gröberer Körnung ist das Grus, das im Boden langsamer wirkt. Das am häufigsten angebotene Gesteinsmehl, bestehend aus Diabas und Basalt, reagiert basisch und eignet sich gut für saure Böden. Die sauer reagierenden Granitgesteinsmehle mit bis zu 80 % Kieselsäure empfehlen sich für basische Böden. Um das Gesteinsmehl in den natürlichen Kreislauf einzubinden, wird es dem Kompost in pulverdünnen Schichten zugefügt, ca. 5 kg pro Doppelzentner Kompost. Sammelt man organische Substanzen in der Küche in einem verschlossenen Eimer, bestreut man ihn nach jeder Leerung von innen mit einer Schicht Steinmehl; Sickersäfte werden so gebunden, und es kommt zu keiner unangenehmen Geruchsbildung durch Fäulnis. Natürlich kann das Gesteinsmehl auch direkt auf das Land ausgebracht werden; Herbst und Frühjahr sind die besten Jahreszeiten. Ungefähr 100 g werden jährlich pro Quadratmeter ausgestreut und mit dem Sauzahn eingearbeitet. Verwendet man im Sommer Pflanzenjauchen, setzt man pro Gießkanne eine Handvoll Steinmehl zu und rührt es gut unter.        

Peter Busch