Herstellung von Tinte und Wachsmalstiften

Herstellung von Wachsmalstiften   

Vorbetrachtung: Zu den ersten Wachsmalstiften gehörten solche, die zu schwarzem Pigment zerstoßene Holzkohle enthielten. Sie sind der Zeichenkohle sehr ähnlich, aber weil Wachsbindemittel hinzugefügt wurde, verwischen sie nicht. Wachsmalstifte aus Kohle zeichnen tiefschwarze Linien – es arbeitet sich sehr schön damit.    

Was brauchst Du dazu… Holzkohlestäbchen, Bienenwachs, Kochplatte, alter Kochtopf, Gabel/Rührstab.    

Wie gehst Du vor… Die Kohlestäbchen müssen so lang, beziehungsweise kurz sein, dass sie in Deinen Topf passen und vollständig im flüssigen Wachs untertauchen können – Du kannst hier auch einen Metallbecher oder eine Blechdose verwenden.
Stelle Deine Heizplatte draußen auf. Erhitze in Deinem Topf Bienenwachs, bis es sich verflüssigt, wobei Du gelegentlich umrührst. Stell die Heizplatte auf geringe Hitze, damit das Wachs nicht zu schnell schmilzt und verbrennt. Gib ein paar Kohlestäbchen direkt in den Wachstopf. Sie werden zunächst an der Oberfläche schwimmen, aber bald wirst Du sehen, dass winzige Luftblasen aus den Enden aufsteigen. Unser Ziel ist es, alle Lufteinschlüsse im Inneren der Holzkohle durch Bienenwachs zu ersetzen. Die Stäbchen sollen also im heißen Wachs bleiben, bis sich keine Luftblasen mehr zeigen. Wenn auch nicht einmal mehr letzte kleine Luftblasen aus den Kohlestäbchen aufsteigen, haben sie genug im Wachs gebadet. Schalte die Heizplatte aus. Nimm die Stäbchen mit der Gabel aus dem Wachs und lege sie zum Abkühlen und Aushärten beiseite. Glückwunsch, Du hast gerade einmalige schwarze Wachsmalstifte hergestellt!    

Hinweis: Du könntest die neuen handgemachten Stifte mit Pappmaschee ummanteln, dann kann man sich nicht die Finger daran schmutzig machen. Probiere Deine handgemachten Wachsmalstifte auf verschiedenen Oberflächen aus. Abgesehen von Papier eignen sie sich hervorragend zum Bemalen von Betonwänden.    

Herstellung von Schreib- und Zeichentinte    

Vorbetrachtung: Tinte wurde bereits im alten Ägypten verwendet. Gewöhnliche schwarze Tinte wurde lange Zeit aus Ruß und verschiedenen Zusätzen hergestellt. Eine bedeutende Erfindung war die Herstellung der so genannten Eisengallustinte vor ca.2300 Jahren – aus Galläpfeln und Eisensulfat.      

Was brauchst Du dazu… Holzbrett, Eichengallen, Hammer, rostige Eisenteile, Schüssel, Schraubglas, Sieb, Wasser.     

Wie gehst Du vor… Die Eichengallen grob zerkleinern – z. B. mit einem Hammer. Die Eichengallenstücke mit den rostigen Eisenteilen in eine Schale geben und mit Wasser bedecken. Schon nach kurzer Zeit zeigt sich eine deutliche Reaktion. Nach ungefähr einer Woche sind die Tinten dunkel genug, damit sie als Schreib- und Zeichentinten eingesetzt werden können. Der Sud wird durch ein Sieb abgegossen und in ein Schraubglas abgefüllt.     

Hinweis: Bei den verbreiteten Rezepturen zur Herstellung von Schreib- und Zeichentinten aus Eichengallen werden die Galläpfel zuerst in Wasser ausgekocht. Parallel dazu kommt rostiges Eisen in eine Essiglösung. Haben beide Lösungen die richtige Konsistenz, kann aus beiden die Tinte gemischt werden. Vielleicht kannst Du auch Deinen eigenen Federhalter aus Bambus herstellen – im Internet findest Du zahlreiche Anleitungen dazu.