Kinder erleben die Natur: Gärten als Lebensraum für Reptilien

In reich strukturierten Gärten leben unzählige Tiere, darunter oft auch Reptilien. Zauneidechsen und Blindschleichen kann man sehr häufig in der Nähe von Mauern und Totholzhaufen entdecken. Ringelnattern kann man oft direkt zwischen den Wasserpflanzen im Gartenteich antreffen. In Deutschland sind derzeit fünfzehn Reptilienarten heimisch, die den Echsen, Schlangen oder Schildkröten zugeordnet werden können.

Reptilien sind wechselwarm
Reptilien sind wechselwarme Tiere und können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Sie sind daher auf die Umgebungstemperatur angewiesen und wärmen sich meist morgens in der Sonne auf. Wird es zu heiß, ziehen sie sich in den Schatten zurück. Im Winter suchen sie geschützte Verstecke auf und fallen bei Kälte in eine Kältestarre, um Energie zu sparen.

Weitere Merkmale von Reptilien
Reptilien sind Wirbeltiere mit Kopf, Rumpf, Schwanz und meist vier Beinen. Bei Schlangen sind die Gliedmaßen stark zurückgebildet. Ihre Haut ist trocken und schuppig, was sie vor Wasserverlust schützt. Da die Haut nicht mitwächst, häuten sich die Tiere regelmäßig.

Auch Einwanderer fühlen sich bei uns wohl
In Seen und Teichen breiten sich drei nordamerikanische Schildkrötenarten aus, darunter die Gewöhnliche Schmuckschildkröte. Ursprünglich als Haustiere gehalten, wurden sie ausgesetzt oder entkamen. In einigen Regionen können sie zur Bedrohung für die stark gefährdete Europäische Sumpfschildkröte werden.

Fortpflanzung
Die meisten Arten legen ihre Eier in Sand- oder Erdlöcher oder in verrottendes Material wie Komposthaufen. Wärme durch Sonne und Zersetzung sorgt für das Ausbrüten. Bei manchen Arten schlüpfen die Jungen bereits im Mutterleib und werden lebend geboren.

Ernährung
Echsen wie Zauneidechse und Blindschleiche ernähren sich überwiegend von Insekten und Würmern. Schlangen fressen meist Wirbeltiere: Die Ringelnatter bevorzugt Amphibien und Fische, die Kreuzotter kleine Säugetiere wie Mäuse.

Der ideale Garten für Reptilien
Naturbelassene, strukturreiche Gärten bieten Reptilien ideale Lebensbedingungen. Steinhaufen, Trockenmauern und offene Steinflächen dienen als Sonnenplätze und Verstecke. Totholz- und Steinhaufen bieten Schutz vor Fressfeinden und beherbergen Beutetiere. Sand- und Kiesflächen eignen sich für die Eiablage, bepflanzte Bereiche bieten Schutz und Nahrung.

Jetzt bist Du dran:
Zähle drei Reptilien auf, die Du im Garten finden kannst!

Christian Puschner