Lupinen

In der Gattung werden etwa 200 Arten unterschieden. Die große Sortenvielfalt entstand Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kreuzung der aus Amerika stammenden mehrjährigen Vielblättrigen Lupine mit anderen ein- und mehrjährigen Arten. Als ideal gelten offene, sonnige Standorte mit gut durchlüfteten, mittelschweren bis leichten Böden. In Mitteleuropa sind in Ziergärten am häufigsten Sorten der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) anzutreffen. Des Weiteren gibt es interessante im Gartenbau und in der Landwirtschaft verwendete Lupinen-Arten als Gemüsepflanze, Futterpflanze und Wildpflanze sowohl einjährig als auch mehrjährig als Staude. Lupine überzeugen durch schnelles Wachstum und einer bunten Blüte – je nach Sorte in Weiß, Violett, Rosa, Rot oder Gelb oder häufig auch durch zweifarbige Varianten – vom Frühsommer bis in den August. Dabei begründet gerade auch ihre Vielfältigkeit ihre Verwendung in Bauerngärten. Neben den bis zu 50 cm hohen und dichten Blütenkerzen, die Wildbienen, wie die Blauschwarze Holzbiene anlocken, vermag es ihre Pfahlwurzel den Boden tief zu lockern und den Boden aufzuschließen. Einjährige Sorten werden zur Gründüngung ausgesät insbesondere da die Stickstoff-Fixierungsleistung der Knöllchenbakterien in den Wurzeln von 10 g pro m2 nicht nur ihrem eigenen Wachstum, sondern auch der Folgekultur zugutekommt. In Beeten dient die mehrjährige Staude als zuverlässiger Lückenfüller. Sie vermag es, sich selbst auszusäen, kann aber auch über Stecklinge vermehrt und andernorts platziert werden.        

Jörg Gensicke