Oft unterschätzt – Die Weintraube mit wunderbaren Eigenschaften

Zum Abschied hat der Sommer uns nochmals reich beschenkt, mit süßen blauen Küsschen, damit man an ihn denkt … (Elke Bräunling) 

Trauben, sie stärken die Abwehrkräfte, lindern Rheuma- und Gichtschmerzen, beugen Stimmungstiefs vor … gute Gründe, öfters diese leckeren Früchte zu naschen. Gesundes Naschwerk? Ja, denn Trauben enthalten jede Menge sekundärer Pflanzenstoffe, die so genannten Flavonoide und Phenole. Diese fangen im Körper die freien Radikalen und senken so das Risiko, an Krebs zu erkranken. Außerdem blockieren sie den Oxidationsprozess des Cholesterin und beugen damit einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vor. Besonders hoch ist der Anteil der Polyphenole in den roten Trauben. Die Schalen stellen wertvolle Ballaststoffe dar, beseitigen Darmträgheit und Verstopfung. Dieser  Inhaltsstoff  ist auch in anderen Früchten und Gemüsesorten enthalten, aber aus den roten Trauben kann er vom menschlichen Organismus besonders gut aufgenommen werden.    

Bemerkenswert ist der hohe Anteil an B-Vitaminen. Sie bewirken eine Stärkung des Nervengerüstes. Kalium, Magnesium, Eisen, Zink und Mangan sind in den kleinen Früchten enthalten. Verzehrt man Trauben regelmäßig, können sie den Säure-Basen-Haushalt regulieren und den Stoffwechsel anregen, was sich positiv auf rheumatische Beschwerden auswirkt. Ferner bilden sie Vitamin K, ein wichtiger Baustein beim Aufbau der Blutgerinnung.   

Zu unterscheiden ist zwischen den Weintrauben für die Weinherstellung und den Tafeltrauben zum Essen. Getrocknete Tafeltrauben, bezeichnet man als Rosinen. Beide Sorten enthalten relativ viel Fruchtzucker. Für Diabetiker ist es wichtig zu wissen, dass der Genuss von 100 Gramm Weintrauben etwa 1-2 Broteinheiten (BE) entspricht. Das ist im Ernährungsplan entsprechend zu berücksichtigen. Ansonsten bestehen Trauben hauptsächlich aus Wasser.    

Der Rebstock wird als älteste Kulturpflanze der Menschen beschrieben und ist eng mit der Entwicklung früherer Kulturen verbunden. Insbesondere der Wein als beliebtes Produkt der Trauben galt als Göttergetränk. In der Mythologie war der Wein dem griechischen Gott Dionysos bzw. dem römischen Gott Bacchus gewidmet. In anderen Kulturen galt er als ein Symbol für vergossenes Blut im Kampf gegen die Götter. Fossilienfunde aus Georgien und der Türkei bezeugen, dass es Wildreben schon vor 80 Millionen Jahren gegeben hat. Als Kletterpflanze bauten die Ägypter sie vor mehr als 5000 Jahren an. Die Römer verbreiteten sie über den Mittelmeerraum bis nach Nordeuropa.     

Botanisch gesehen gehören die Trauben zu den Beeren. Aus den Blüten der Pflanze wachsen die Beeren, in Rispen gebündelt. Man kennt runde und ovale Früchte, grüne, rote, blaue Sorten, mit und ohne Kernen. Bis zu 60 Jahre wird ein Rebstock alt. Bekannt sind inzwischen rund 16.000 Rebsorten.   

Starten Sie den Tag mit köstlichen Weintrauben, sie geben Ihnen körperlichen und geistigen Schwung und Energie. Bereiten Sie ein Müsli aus drei Esslöffeln Vollkornflocken, einer Banane und ganz vielen Weintrauben. Mit Milch übergossen gewinnen Sie ein Kraftfrühstück für Jung und Alt.    

Antonia Rose     


Rezept mit Weintrauben      

Focaccia d’uva e noci     

Zutaten:   
400 g Mehl, 25 g frische Hefe, 500 g rote Weintrauben, 100 g Walnüsse, 1 EL Zucker, Olivenöl und Salz    

Anleitung: Mehl auf eine Arbeitsplatte sieben, eine Vertiefung in der Mitte eindrücken, den Zucker und die zerkleinerte Hefe hineingeben und mit lauwarmem Wasser übergießen (ca. 200 – 250 ml). Mit Mehl überdecken und kurz ruhen lassen, dann alles verkneten. Der Teig sollte weich und elastisch sein. Den Teig ca. 1 Std. lang an einem warmen Ort gehen lassen. Inzwischen die Trauben vom Stiel lösen, waschen und abtrocknen. Den Teig nochmals kurz durchkneten, 1 TL Salz hinzugeben und auf einem mit Öl eingefetteten Backblech (ca. 24 x 32 cm) ausbreiten, zudecken und ca. 30 min gehen lassen.  
Die Trauben und die Walnusskerne auf dem Teig verteilen und im vorgeheizten Backofen (bei 200°C) 35 min. backen. Warm oder kalt servieren.