Raps – Bedeutende Nutzpflanze, Wirtschaftsfaktor und Heilmittel

Welch eine Augenweide: Blühende Rapsfelder im April und Mai, gelb und freundlich wie die Sonne. Der Winter ist schnell vergessen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter „Raps“?    
Brassica napus (lat.), auch unter den Namen Reps oder Lewat bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse und verwandt mit der Kohlrübe. Heute stellt Raps eine wirtschaftlich sehr bedeutende Nutzpflanze dar, aus der man vor allem Rapsöl gewinnt. Der nachwachsende Rohstoff ist auch als Biosprit wirtschaftlich sehr interessant.    

Bereits 2000 vor Christus wurde Raps in Indien angebaut. Ursprünglich stammte er aus dem östlichen Mittelmeerraum. Er wurde vor allem zur Gewinnung von Brennstoff für Öllampen angebaut. Rapsöl als Lampen- und Speiseöl kannten auch schon die Römer. Im 14. Jahrhundert gelangte er nach Mitteleuropa. Im 16. und 17. Jahrhundert war Raps die wichtigste Ölfrucht in Deutschland und den Niederlanden.   

Rapsöl ist Bestandteil einiger Speiseöle und wird zur Herstellung von Pflanzenfetten benötigt. Allerdings enthält es Erucasäure. Dies führt zu einem leicht bitteren Geschmack. Gleichwohl verfeinert es Schokoladengebäck und schmeckt auf diese Weise allen Schleckermäulchen.    

In der Pflanzenheilkunde wird Raps äußerlich und innerlich angewandt. Er ist reich an Karotinsäure, Vitamin E und K sowie Provitamin A und Lecithin. Das aus den Kernen hergestellte Öl enthält den geringsten Anteil an gesättigten Fettsäuren und den höchsten Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren senken den Blutcholesterinwert  und verbessern die Balance der Blutfette.      

Interessant ist die Wirkung der im Rapsöl enthaltenen Linolensäure (Omega-3-Fettsäure). Sie ist die Grundlage für die Sauerstoffverarbeitung in den Zellen, macht das Blut dünnflüssiger, fließfähiger und wirkt darüber hinaus auch entzündungshemmend. Alle Erkrankungen, bei denen entzündliche Prozesse eine tragende Rolle spielen, können mit Omega-3-fetthaltigen Lebensmitteln sehr positiv beeinflusst werden.   

Bekannt ist die Heilwirkung der Rapskerne als Wärmespeicher. Der hohe Ölanteil lässt das Rapskissen für lange Zeit die Wärme speichern. Ein Kissen mit Rapskernen gefüllt, im Backofen oder der Mikrowelle erwärmt, führt rasch zur Entspannung und Schmerzlinderung. Nacken- und Rückenverspannungen, Migräne, Glieder- und Rheumaschmerzen kann man so unterstützend therapieren. Kälteanwendungen z.B. bei Zerrungen, Prellungen, Entzündungen oder auch bei Migräneattacken sind auch ganz einfach durchzuführen. Man legt das Rapskernkissen kurz in die Kühltruhe. Wärme und Kälteanwendungen mit Rapskernkissen werden als angenehm und wohltuend erlebt.   

Überraschend, die Rapswurzel eignet sich auch zur Behandlung von Frostbeulen. Geschält und mit wenig Wasser gekocht wird sie so weich, dass man sie gut zerdrückt und noch warm auf die Frostbeule auftragen kann. Der Heilungsprozess wird merklich gefördert. Im Bereich der Gelenkmobilisierung setzt man Rapskörner bei steifen Gelenken ein oder nach Operationen zur Verbesserung der Finger- und Handgelenksbeweglichkeit. Voraussetzung ist, dass die Wunden verheilt sind. Erwärmen Sie Rapskörner in einer Schüssel in der Mikrowelle, tauchen Sie die Hände/Gelenke in die warmen Körner und beginnen Sie mit Bewegungsübungen. Etwa zehn Minuten reichen aus, um steife Fingergelenke wieder in Schwung zu bekommen. Durch die neutral temperierten Rapssamen werden Schwellungen und Ödeme vermindert, die Schmerzempfindlichkeit lässt nach. Carpaltunnelsyndrom, Fibromyalgie, Polyneuropathien und die schmerzhafte Morgensteifigkeit erfahren im „Rapsbad“ gute Linderungseffekte. Der hohe Anteil an Alpha-Linolsäure in den Kernen beschleunigt den Heilungsprozess. Positive Begleiterscheinung ist der hautpflegende Effekt.     

 Antonia Rose    


REZEPT MIT RAPS   

Pesto aus Raps   

Zutaten: 300 g Cima di Rapa (Rapsblätter, Blüten und weiche Stängel), 3 EL Salzwasser, 2 EL Sonnen­blumenkerne, Parmesan, 2 Zehen Knoblauch, 200 ml Rapsöl    

Anleitung: Den Raps 20 Minuten in Salzwasser kochen, das Wasser abschütten, gut abtropfen und erkalten lassen. Die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Ebenfalls erkalten lassen. Die Sonnenblumenkerne und den Parmesan mit dem Zauberstab zerkleinern. Den abgetropften und erkalteten Raps und das Rapsöl dazugeben, alles gut pürieren. Das Öl gibt man nach gewünschter Konsistenz etwas mehr oder weniger dazu.