Japankäfer in Deutschland angekommen
Der Japankäfer (Popillia japonica) wurde 2014 in Italien (Lombardei) erstmals auf dem europäischen Festland entdeckt. 2017 wurde er auch in der Schweiz (Tessin) nachgewiesen. Im Jahr 2024 hat es Funde an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz gegeben.
In Deutschland ist er bisher nicht etabliert, allerdings wurde im Juli 2025 ein Befallsgebiet in Freiburg und im August 2025 eines in Trebur in Südhessen ausgewiesen. Auch in Bayern scheint es Funde zu geben, genauere Infos liegen hier aber nicht vor. Man geht davon aus, dass sich der Käfer angesiedelt und auf sehr niedrigem Niveau vermehrt hat. In den genannten Bundesländern werden Maßnahmen zur Ausrottung von den Pflanzenschutzdiensten umgesetzt. Wahrscheinlich sind die Käfer über den Reise- oder Güterverkehr als “blinder Passagier” eingeschleppt worden. Diese Gefahr besteht auch weiterhin. Außerdem können Eier und Larven über Erde oder Substrat getopfter Pflanzen in befallsfreie Gebiete gelangen. Auch Rollrasen kann ein Vehikel sein, da der Käfer seine Eier bevorzugt in Rasen ablegt. Über 400 Pflanzenarten bilden die Nahrungsgrundlage des Japankäfers. Das erwachsene Tier ernährt sich von Blättern, Blüten und Früchten. Markant ist der Skelettierfraß, bei dem der Käfer nur das Blattgewebe zwischen den Blattadern frisst. Die Käfer können bei massenhaftem Auftreten Kahlfraß verursachen. Die im Boden lebenden Larven vernichten ggf. ganze Pflanzenbestände durch Fraß an den Wurzeln.
Helfen Sie mit, das Einschleppen und Verbreiten des Japankäfers zu verhindern. Beim Verdacht auf einen Befall setzten Sie sich mit dem Pflanzenschutzdienst in Ihrem Bundesland in Verbindung. Verdächtige Käfer sollten in einem verschlossenen Gläschen/ Röhrchen gesichert der Behörde zur exakten Bestimmung übergeben werden. Notfalls kann die Bestimmung auch anhand eines guten Fotos erfolgen. Zudem sind das Datum des Fundes sowie der genaue Fundort zu nennen. Zusätzlich prüfen die zuständigen Behörden u. a. bei der Einfuhr nach Deutschland und während Betriebskontrollen, ob die Pflanzen schädlingsfrei sind. Pflanzen, die vom Japankäfer (Eier, Larven, Puppen, Käfer) befallen sind, dürfen nicht nach Deutschland oder aus einem befallenen Gebiet mitgebracht werden. So kann verhindert werden, dass sich der Schädling hier ausbreitet. Reisende sollten Fahrzeuge und Gepäck auf Käfer kontrollieren, bevor sie aus einem befallenen Gebiet zurückfahren. So gibt es keine “blinden Passagiere”.
Wie man den Japankäfer erkennt
Erwachsene Japankäfer sind 8 – 11 mm lang, also in etwa so groß wie eine Kaffeebohne bzw. etwas kleiner als eine 1-Cent-Münze. Sie ähneln dem heimischen und harmlosen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola). Das Halsschild des Japankäfers schimmert auffällig goldgrün. An jeder Körperseite befinden sich unterhalb der Flügeldecken, jedoch gut sichtbar, fünf weiße Haarbüschel sowie zusätzlich zwei Büschel am letzten Körpersegment.
Ein Entwicklungszyklus vom Ei bis zum erwachsenen Käfer wird bei günstigem Klima in einem Jahr durchlaufen. Die Käfer schlüpfen im Mai/Juni und beginnen sich zu paaren. Die Hauptflugzeit ist von Mitte Mai bis August. Bei Temperaturen zwischen 21 °C und 35 °C, jedoch nicht in der Mittagshitze, sind die Käfer aktiv. Die Weibchen legen zwischen 40 und 60 Eier – bevorzugt in feuchte Wiesenböden und Weideflächen. Nach einigen Wochen schlüpfen die Larven, die nur wenig mobil sind. Im Spätherbst ziehen sie sich zum Überwintern in tie-fere Bodenschichten zurück, um dann im Frühjahr erneut im Oberboden mit der Nahrungsaufnahme zu beginnen.
Bekämpfungsmaßnahmen
Als biologische Maßnahme können parasitische Fadenwürmer gegen die Larven des Japankäfers eingesetzt werden. In Italien und der Schweiz werden diese sogenannten Nematoden bereits erfolgreich zur Bekämpfung genutzt. Auch insektenpathogene Pilze können zur Bekämpfung eingesetzt werden. Lokal sehr stark befallene Gebiete können im Sommer mit Folien abgedeckt werden, um ein Ausfliegen der Käfer und eine erneute Eiablage zu verhindern. Ferner können synthetische Lockstoffe mit Trichterfallen kombiniert werden, aus welchen die Käfer nicht mehr entkommen können. Je früher ein Ausbruch des Japankäfers entdeckt wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass dieser auch wieder schnell ausgerottet werden kann.
Jörg Gensicke
Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat