Schnittkurse am Kunstwerk Obstbaum – Eine Schnittmenge dreier Berichte!

Zu einem zweiteiligen Schnittkurs hatten jeweils die Gartenfreunde Rehnenhof/Wetzgau; die Gartenfreunde Burgstalläcker e.V. und die Gartenfreunde Bartolomä eingeladen. Zunächst fand jeweils ein theoretische Teil im Vereinsheim statt. Ziel war, Kenntnisse im Obstbaumschnitt aufzubauen. „Falsch machen kann man viel“, meinte Willy de Wit, Fachwart und Fachberater für Obst und Gartenbau- Referent sowie Pilzsachverständiger aus Wäschenbeuren, der zur Anschauung auch aggressive Baumpilze mitbrachte. „Bis heute besuche ich mein Leben lang Seminare, denn auslernen tut der Mensch nicht. Die Leute machen u.a. Rasenmäher Schnitte, Bubiköpfe und ‚Verdachts Schnitte‘. Das ist einfach laienhaft und nicht richtig. Der Obstbaum ist ein Kunstwerk und so behandle ich den auch. Die Kenntnisse von Schnitt-und Wachstumsgesetze sind essenziell, sonst brauchen wir gar nicht anfangen“. Also gilt so viel wie nötig, so wenig wie möglich schneiden. Das Thema Wasserschosser scheint so behaftet zu sein, dass mehrheitlich die Meinung besteht, alle neuen Triebe müssten radikal entfernt werden. Deshalb nenne ich diese „Alarmtriebe“. Die Triebe werden teilweise zu neuen Fruchtästen erzogen, d.h. Schosser können bei Bedarf in die Waagerechte gebunden werden. Dies wurde mittels Spindelschnitt an kleinen Bäumen gezeigt. Waagerechte Zweige haben Vorrang, da diese schnell in Blüte kommen und reichlich Ertrag bringen. Steinobst hat nicht immer eine geeignete Stammmitte wie beim Kernobst (Äpfel Birnen u.ä), somit wird beispielhaft die Hohlkrone bei Mirabellen oder Renekloden angewendet. Beim Pfirsich gibt es wahre und falsche Fruchttriebe. Nur wahre Fruchttriebe mit gepaarten Blattknospen bringen Früchte, da diese durch den Fotosynthese-Prozess mit Nährstoffen versorgt werden. Andere Früchte scheidet der Baum durch Unterversorgung ab. 

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