Unscheinbares Äußeres und ein erlesener Geschmack. Eine schöne Beschreibung für unsere Schwarzwurzel. Auf den ersten Blick könnte man meinen, sie sei eine Kreuzung aus Möhre und Spargel. Tatsächlich wird sie in einigen Regionen Deutschlands als Winterspargel bezeichnet, denn hinter der dunklen Schale befindet sich das weiße Fleisch der Wurzeln. Ursprünglich stammt die Schwarzwurzel aus dem Mittelmeerraum, wo sie schon seit mehr als 4000 Jahren kultiviert wird. Ausgehend von ihrem lateinischen Namen „Scorzonera hispanica“ lässt sich die Herkunft der Pflanze erraten. Ja, sie stammt aus dem heutigen Spanien und war ausschließlich als wilde Heilpflanze bis zum 16. Jahrhundert sehr geschätzt. Bereits in der Antike kannte man die positiven, gesundheitsfördernden Eigenschaften der Pflanze. Im Mittelalter war man dankbar für das Wissen. Bei Erkrankungen von Leber, Galle und zur Förderung der Verdauung wurde sie hilfreich eingesetzt. Im übrigen Europa baute man die Schwarzwurzel im 16. Jahrhundert vorwiegend in den Gärten der Adligen an. Conrad Gessner (1516–1565), ein Schweizer Gelehrter und Arzt, berichtete, dass er die Schwarzwurzel bereits in seinem Garten kultiviert hätte. Man sprach ihr heilende Kräfte zu. Nicht eben selten galt es damals, Vergiftungen zu behandeln. Der lateinische Name „scorzonera“ bedeutet schwarze Giftschlange, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie bei Schlangenbissen das Mittel der Wahl darstellte. In der Volksmedizin wurden Schwarzwurzeln ferner als schleimlösendes Heilmittel bei Lungenerkrankungen verwendet sowie zur Abwehr von Erkältungserregern. Die Pflanze gehört zu der botanischen Familie der Kreuzblütler. Von geschätzten 100 in Südeuropa wild wachsenden Sorten kann man ausgehen. Erst ab dem 17. Jahrhundert entdeckte man zufällig, dass die Wurzeln essbar sind und sich hinter der schwarzen, erdigen Schale ein leckerer Kern aus schneeweißem Fruchtfleisch versteckt. Alsbald baute man die Wurzel daher auch als Gemüse an und sie verbreitete sich schnell über ganz Europa. Die unscheinbare schwarze Wurzel lässt nicht direkt auf ein wertvolles Nährstoffpaket schließen. Dennoch ist sie reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen und dazu erfreulich kalorienarm. So bringt sie auch die bes-ten Voraussetzungen mit, um auf den Tellern figurbewusster Leckermäuler zu landen. Hauptbestandteil der Pflanze ist Wasser (78 %), hinzu kommen Eiweiß, Fett, Inulin, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Eisen, Natrium sowie Provitamin A, Vitamin B, C und E. Die gesundheitsfördernden Wirkungen der Schwarzwurzel auf den Körper werden wie folgt beschrieben: Inulin regt die Verdauung und den Stoffwechsel an. Verstopfungen können gelindert werden, Unterstützung der Darmgesundheit. Der Calciumgehalt fördert den Knochenstoffwechsel, die Stärkung der Knochengesundheit wird positiv beeinflusst. Günstige Effekte auf den Blutzucker- und Blutfettspiegel. Aufbau und Stärkung des Immunsystems durch die Vitamine C und E. Schutz vor den schädigenden freien Radikalen. Die Wurzel wirkt entspannend auf den Körper und fördert damit einen gesunden Schlaf (B-Vitamine). Sie entgiftet die Leber, unterstützt die Nieren, indem sie die Bildung der roten Blutkörperchen anregt. Sie wirkt entwässernd. Der Inhaltsstoff Allantonin beschleunigt die Wundheilung, er wird auch heute noch in vielen Salben und Cremes verarbeitet. Allgemeine Förderung der Konzentration und Steigerung der Gehirnarbeit. Reichhaltig an den Vitaminen B6 und B9, der Folsäure. Der Anteil an Eisen ist wichtig für die Bildung der roten Blutkörperchen. Flavonoide, die als Antioxidantien wirken und das Risiko für Herz-/Kreislauferkrankungen reduzieren. Für viele Funktionen im Körper unentbehrlich sind die Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie die Ätherischen Öle, Alkaloide, Gerb- und Bitterstoffe. Abschließend stellt sich nur noch die Frage, ob der vielgepriesene, gern auch äußerst hochpreisige Spargel da mithalten kann.
Antonia Rose
Rezept: Schwarzwurzelsalat
Zutaten für 3 Portionen:
Die Eier etwa 8 Minuten in kochendem Wasser hart kochen, anschließend abschrecken und schälen. Die Schwarzwurzeln abtropfen lassen. Schwarzwurzeln, Kochschinken und Eier in kleine Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann das Miracle Whip hinzufügen und vorsichtig vermengen. Zum Schluss die gefrorenen Kräuter unterrühren und alles nochmals gut durchmischen.