Schwertlilien im Kleinformat

Auf die schön geformten, eleganten, großen Blüten von Schwertlilien müssen wir im April noch eine Weile warten, denn sie öffnen sich frühestens gegen Ende Mai. Oder etwa nicht? Langes Warten muss nicht sein, denn bereits Anfang April, spätestens Mitte April, beginnt die Schwertlilienzeit mit frühen, niedrigen Sorten.     

Schwertlilien heißen botanisch Iris barbata (früher Iris germanica), dementsprechend deutsch Bartiris. Im Garten wachsen keine reinen Arten, sondern Sorten aus Kreuzungen, so genannte Iris Barbata-Hybriden. Reine Arten sind im Allgemeinen nicht widerstandsfähig genug für den Garten. Hybriden verfügen über bessere Gesundheit, längere Lebensdauer und reicheres Farbenspiel der Blüten. Iris Barbata-Schwertlilien werden nach ihrer Wuchskraft beziehungsweise Höhe in Gruppen eingeteilt. Iris Barbata-Nana sind die ganz niedrigen bis etwa 35 cm. Es folgen Iris Barbata-Media, die halb- oder mittelhohen bis etwa 75 cm und schließlich die hohen Iris Barbata-Elatior. Zurzeit interessieren Iris Barbata-Nana. Diese sind drauf und dran, den hohen Elatior-Sorten den Rang abzulaufen, weil ihre kürzeren Blütenstiele standfester sind, ohne dass sich der gebremste Wuchs negativ auf die Blütengröße auswirkt. Iris-Spezialisten unterscheiden in der Barbata-Nana-Gruppe noch zwischen Miniatur- und Kleiniris. Miniaturiris sind höchstens 20 cm hoch, blühen als erste und wachsen auffällig langsam. Kleiniris erreichen etwa 40 cm, bilden reichblühende Horste und öffnen ihre Knospen eine Kleinigkeit später, auf jeden Fall aber auch schon ab April. Noch vor der Blüte streut man einen phosphor- und kalibetonten Dünger, vermeidet dagegen viel Stickstoff und Mist, die die Rhizome fäulnisanfällig machen würden. Beste Pflanzzeit zur Vermehrung der kleinen Schwertlilien durch Rhizomteilung kommt nach der Blüte, wenn die Pflanzen eine Ruhepause einlegen. Verwendungsmöglichkeiten für Miniatur- und Kleiniris gibt es genug. Zu allem, was sonst im Frühling blüht, passen sie. Wo immer die Sonne den ganzen Tag den Boden wärmt, wo dieser Boden durchlässig und kalkhaltig ist, fühlen sich die Pflanzen wohl. Sie harmonieren mit frühblühenden Polsterstauden, deren Wurzeln ihren Rhizomen allerdings nicht zu nahekommen dürfen.        

Ilse Jaehner