Gartenfreunde Bartholomä e. V.
Zu einem Sommerschnittkurs an Kern- und Steinobst hatten die Gartenfreunde Bartholomä e. V. durch Helena Sattler, 1. Vorsitzende, eingeladen. Als Referent war Willy de Wit, Fachberater aus Wäschenbeuren vor Ort, der über langjährige Erfahrung im Obst- und Gartenbau verfügt. Auf dem idyllischen Baumgrundstück standen Halb- und Hochstämme sowie Spindelbäume und eine Spalieranlage. Durch die Feuchtigkeit, meinte Willy de Wit, gibt es natürlich viele Pilzkrankheiten, die über Frostrisse und Ähnliches in den Obstbaum eindringen. Der „Zottige Schillerporling“ (Inonotus hispidus) ist vor Entdeckung seines Fruchtkörpers längst im Holz des befallenen Baumes angesiedelt. Die entstehende Weißfäule wird dem Baum irgendwann den Garaus machen. Es nützt auch nichts, wenn die Fruchtkörper entfernt werden. Als es zu einem veredelten Birnenbaum ging, fielen sofort schwarze Flecken an den Blättern auf. Dies dürfte auf die Birnenblattschwarzfleckenkrankheit zurückzuführen sein. „Wir müssen die Entwicklung abwarten, um uns ein genaues Bild zu machen“, so der Fachmann und schnitt dann die veredelten Äste auf den Pyramidenschnitt. Ausgerechnet der Jubiläumsbaum – eine Gravensteiner Sorte – war an den Wurzeln beschädigt, sodass hier leider ein fachgerechter Schnitt nichts mehr gebracht hätte. Das erinnerte de Wit an die Kragenfäule, für die auch die Sorte Topaz bekannt ist. Gravensteiner Äpfel betören einen Raum mit wundervollem Duft. Willy de Wit ist auch Obstsortenkundler. Der Baum sollte also wieder ersetzt werden. An der Spalieranlage wurde die Wichtigkeit der Endknospe (Terminalknospe) in Verbindung mit der Wurzel erklärt. Man muss schon wissen, was man tut, und worum es beim fachgerechten Obstbaumschnitt geht. Klar gibt es falsche Schnitte, und diese bringen die Physiologie des Baumes durcheinander. Am Ende des Schnittkurses wurde noch ein größerer Apfelbaum vorsichtig ausgelichtet. „Wir müssen da immer mit der Klimaerwärmung und der Sonneneinstrahlung rechnen, die nach dem Schnitt die Ernte auch erheblich negativ beeinträchtigen können“, mahnte Willy de Wit. Und weiter: „Ein Freund des Sommerschnittes bin ich nicht unbedingt.“
Willy de Wit Fachberater Obst- und Gartenbau