Spinnen beobachten, bestimmen und staunen

Wenn man das Wort Spinne hört, überkommt vielen oft Ekel. Wer sich mit ihnen näher beschäftigt wird von ihnen einfach fasziniert sein. Allein die Gruppe der Echten Spinnen ist mit etwa 1 000 bekannten Arten in Deutschland recht artenreich und damit auch in den unterschiedlichsten Lebensräumen anzutreffen.

Obwohl alle Spinnen ihre Beute mit Gift töten, sind die heimischen Arten für den Menschen harmlos, da sie die menschliche Haut mit ihren Kiefernklauen nicht durchdringen können. Für jeden Haus- und Gartenbesitzer sind Spinnen wichtig Nützlinge, da sie sich ausschließlich von anderen Tieren wie Fliegen, Mücken, Blattläuse und andere kleine Insekten ernähren.     

Körperbau einer Spinne    
Spinnentiere sind eindeutig anhand der acht Laufbeine als solche anzusprechen. Der größere Hinterleib ist deutlich gegenüber dem Kopf- und Brustteil abgesetzt. Im Bereich des Kopfes sitzen große Kieferklauen mit Klaue, die dem Ergreifen der Beutetiere, meist Insekten, dienen. In den Kieferklauen befinden sich Ausführungsgänge von Giftdrüsen, deren Gift die Beutetiere sehr schnell betäubt und schließlich tötet. Das Gift fließt dann in die durch die Klaue geschlagene Wunde in das Beutetier. Zudem gibt es im Kopfbereich noch sogenannte Kiefertaster, welche beim Männchen oft der Übertragung von Sperma an das Weibchen dient. An den Laufbeinen sitzen wichtige Sinnesorgane der Spinnen, mit deren Hilfe sie sogar leichte Erschütterungen aufnehmen können. Der aus Proteinen aufgebaute Sinnfaden wird in sogenannten Spinnwarzen am Hinterleib gebildet und mit den  Fußklauen zu einem Netz oder Gespinst verwebt.    

Vielfalt einheimischer Spinnen    
Unseren einheimischen Spinnen sind äußerst vielgestaltig. Sie unterscheiden sich in Größe, Aussehen und Lebensweise. Interessant sind auch die unterschiedlichen Jagdstrategien.    

Kreuzspinne: Diese Spinnengruppe ist äußerst artenreich und oft auf Wiesen oder im Bereich von Hecken anzutreffen. Ihre Musterung ist ein auffallendes Merkmal und namensgebend. Die Flecken auf dem Hinterleib sind so angeordnet, dass eine Art Kreuz-Muster entsteht. Bei den Flecken handelt es sich um Stoffwechselprodukte, die unter dem Chitinpanzer abgelagert werden. Obwohl sie gefährlich aussieht, ist diese Spinne für Menschen absolut harmlos. Auffällig ist die Anlage oft großer Fangnetze für den Beutefang, die als Radnetze bezeichnet werden.    

Springspinne: Ihren außergewöhnlichen Namen verdankt diese Spinnengruppe ihrer Jagdstrategie. Sie lauern ganz ruhig am Boden, auf Pflanzen oder an Hauswänden auf ihre Beute und springen sie an. Dabei verlassen sie dich auf ihre ausgezeichneten Sinnesorgane. Sie verfügen wie die meisten Spinnen über Spinndrüsen, verwenden diese allerdings nicht zum Bau von Netzen, sondern erstellen mit der Seide einen schützenden Kokon um ihre Eier.    

Weberknecht: Es handelt sich um langbeinige Arten. Wichtigstes Unterscheidungs­merkmal zu den bekannten Webspinnen ist die Verwachsung des Vorder- und Hinterkörpers, so dass der Körper eher gedrungen erscheint. Sie verfügen weder über Spinndrüsen noch über Giftdrüsen und sind daher vollkommen ungefährlich. Häufig sind sie auf dem Waldboden, in Bodennähe, aber auch an Fassaden und in Gebäuden anzutreffen. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von kleinen Gliederfüßern, von toten Insekten oder nehmen auch abgestorbene Pflanzenteile auf.