Biologie
Die etwa 0,5 mm großen, achtbeinigen Spinnmilben sind mit den echten Spinnen verwandt. Sie halten sich bevorzugt auf der Blattunterseite auf und sind bei genauem Hinsehen, am besten mit Hilfe einer Lupe, zu erkennen. Ein Weibchen legt ungefähr 100 weißliche Eier in ein Gespinst auf der Blattunterseite. Die Junglarven haben nur sechs Beine. Sie entwickeln sich nach mehreren Häutungen zu geschlechtsreifen Tieren. Bei Zimmertemperaturen von 18 °C dauert die beschriebene Entwicklung der gemeinen Spinnmilbe ungefähr 3 Wochen. Sie bildet folglich zahlreiche Generationen im Jahr aus. Durch die Saugtätigkeit der Spinnmilben entstehen auf der Blattoberseite kleine, helle Flecken. Bei starkem Befall sind Blätter mit Spinnfäden überzogen, färben sich gelb bis bronzefarben und fallen ab.
Maßnahmen
Gut mit Wasser und Nährstoffen versorgte Pflanzen sind weniger anfällig. Zugluft vermeiden. Luftfeuchtigkeit
mit Wasserschalen oder durch Übersprühen der Pflanzen erhöhen. Im Fachhandel werden Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) angeboten, welche die Spinnmilben aussaugen. Aufgrund ihrer rötlichen Färbung und ihres kugelig gewölbten Hinterleibes lassen sie sich gut von den Spinnmilben unterscheiden. Die Raubmilben werden auf Bohnenblättern oder in einer Trägersubstanz, z. B. Sägespänen, angeliefert. Diese werden auf den befallenen Pflanzen verteilt. Für eine erfolgreiche Bekämpfung müssen eine Durchschnittstemperatur von mindestens 18 °C und eine relative Luftfeuchte über 60 % eingehalten werden. Diese Bedingungen können in Zimmern und Wintergärten kaum eingehalten werden, so dass die Raubmilben sich in erster Linie für den Einsatz im Kleingewächshaus eignen. Bei Nichteinhaltung dieser Bedingungen kann ein wiederholter Raubmilbeneinsatz erforderlich werden. An heißen Tagen sollten die Blätter kurz mit Wasser besprüht werden, um die Raubmilben mit Trinkwasser zu versorgen. Menschen und Haustiere werden von den Raubmilben nicht belästigt. Durch den vorbeugenden Einsatz von Florfliegenlarven gelingt es, bei geringem Ausgangsbefall eine Massenvermehrung der Spinnmilben zu verhindern. In starken Spinnmilbenherden ist aber nur noch ein sehr hoher Einsatz von Raubmilben erfolgreich.
Jörg Gensicke
Quelle: LTZ Augustenberg