Titelthema – der Blasenstrauch

Der Blasenstrauch (Colutea arborescens) trägt seinen Namen wegen der blasenartig aufgetriebenen Schoten, die auch noch nach dem Laubfall vertrocknet an den Zweigen hängen. Seine leuchtend gelben über den ganzen Sommer erscheinenden Schmetterlingsblüten erfreuen besonders die „schwereren Kaliber“ unter den blütenbesuchenden Insekten wie Hummeln oder die Schwarze Holzbiene. Sein Laub ist wie das vieler Schmetterlingsblütler in kleine Einzelblättchen aufgeteilt und sein Habitus ist eher offen, so dass er keinen tiefen Schatten wirft und gut unterpflanzt werden kann. In Deutschland kommt er nur im südlichen Teil des Oberrheintals natürlich vor, sehr häufig findet man ihn in den Südalpen wie z. B. im Etschtal, wo er an trocken-heißen Südhängen mit nur geringer Bodenmächtigkeit vorkommt, was zeigt, dass er im Garten fast unverwüstlich ist – nur kühlen Schatten und nasse Böden verträgt er nicht. Bleibt er bei ungünstigen Bedingungen relativ kompakt, kann er in tiefgründigen (Garten-) Böden bei ausreichender Wasser- und Nährstoffversorgung durchaus bis 4 m hoch werden, was der botanische Artname arborescens = baumähnlich wachsend verdeutlicht. Für beengte Platzverhältnisse und Kleinartenparzellen empfiehlt sich daher eher die langsam wachsende Sorte „Walker“ mit sehr schmalen Einzelblättchen und einem eher hängend-niederliegenden Wuchs, der besonders apart wirkt, wenn die Sorte auf ein Stämmchen der Wildart als Trauerbäumchen veredelt wird. Mit rund 2 m Wuchshöhe ebenfalls kompakter bleibt der Orientalische Blasenstrauch (C. orientalis), der gelb-orange-farbige Blüten trägt und ansonsten gleiche Ansprüche hat. Wie fast alle Schmetterlingsblütler sind auch die Blasensträucher giftig, insbesondere sollte man darauf achten, dass die Samen nicht von Kindern gegessen werden, wenn diese mit den Schoten spielen. 

Harald Schäfer, Landesfachberatung