Gartentiere – Stören und vergrämen, Hügel einebnen
In frostfreien Perioden im Winter fällt es besonders auf, wenn in wenigen Tagen der Rasen mit zahlreichen Haufen Erde bedeckt ist. Verursacher ist der Maulwurf, ein fleißiger Wühler. Am Tag kann er bis zu 100 Meter Gänge und dabei weit über 20 Erdhaufen bauen. Dies ist auf einem Zierrasen sicherlich ärgerlich, sollte aber nicht zu einer Bekämpfung dieses Tieres führen, die außerdem verboten ist; der Maulwurf steht unter besonderem Schutz. In seinem Gangsystem sammeln sich eine Vielzahl von Erdinsekten, Würmern und Larven, von denen sich der Maulwurf ernährt. Dazu gehört auch die Tipulalarve bzw. -puppe, die bekanntlich im Rasen für größere Schäden sorgen kann. Vielfach hört man auch die Behauptung, dass Maulwürfe die lästigen Wühlmäuse fressen. Richtig ist, dass der Maulwurf auch Mäusenester aufspürt und die Jungtiere frisst. Findet er auf seinen Rundgängen im Jagdrevier Spitzmäuse oder Wühlmäuse vor, verleibt er sie sich ebenfalls ein, wenn er sie bekommen kann. Da er sich aber nur mit einer Geschwindigkeit von ca. vier km/h fortbewegt, haben ausgewachsene Tiere gute Fluchtchancen. Im Winter begnügt sich der Maulwurf neben Larven und Puppen hauptsächlich mit Regenwürmern in seinen Gängen. Er zieht die Würmer durch seine Klauen, drückt damit die Erde aus dem Darm, beißt ihnen, sofern sie nicht sofort verzehrt werden, die ersten Segmente ab, so dass sie nicht fliehen können und lagert sie zum Teil in einem Vorratsspeicher. Deshalb sollte man sich von einem Maulwurf nicht erhoffen, dass er die Wühlmausprobleme löst.
Da sich der Maulwurf als reiner Fleischfresser im Gegensatz zur Pflanzen fressenden Wühlmaus nicht von den Wurzeln ernährt, kann er auch keinen Schaden an Kulturpflanzen anrichten. Außerdem liegen die Gänge recht tief, so dass selten ein Schaden an den Wurzeln der Gräser entsteht. Mit einer Schaufel wird der Erdhaufen abgetragen und gleichmäßig dünn über dem Rasen verteilt, wo der Regen die Erde schnell in den Boden einspült. Wird dabei das Loch zum Gang freigelegt, verstopft es der Maulwurf, ohne dabei einen neuen Haufen zu errichten. Will man einen zu eifrigen Maulwurf vergrämen, bringt es meist wenig, mit einem Schlauch Wasser durch die Gänge laufen zu lassen. Da der Maulwurf sehr geruchsempfindlich ist, kann er durch Einlegen von Knoblauchzehen oder durch Gießen mit Zwiebelbrühen zum Weiterziehen bewogen werden. Zum Einbringen in die Gänge eignen sich auch Mottenkugeln sowie im Handel erwerbliche Vergrämungsmittel. Einige Monate Ruhe soll auch die Verwendung einer Mischung aus drei Viertel Molke und ein Viertel Buttermilch bringen, die man vier Tage warm stellt und dann je eine Tasse in freigelegte Maulwurfsgänge gießt. Von guten Erfahrungen berichten auch Hundebesitzer, die die ausgekämmten Haare ihrer Haustiere in die Gänge gelegt haben. Das wohl früher oft übliche, aber leider unüberlegte, Einlegen von petroliumgetränkten Lappen in das Gangsystem des Maulwurfes, stellt als Umweltverschmutzung eine Missachtung von Natur- und Bodenschutzgesetze dar und zieht ernsthafte rechtliche als auch monetäre Konsequenzen nach sich.
N & G, Peter Busch