Woll-Ziest (Stachys byzantina)

Möchten wir eine schöne Staude im Garten, die Trockenheit und Hitze sehr robust widersteht, so bietet sich mit dem Woll-Ziest auch farblich eine attraktive Pflanze an, deren sortenbedingt unterschiedlich stark betonten Eigenschaften aber ebenfalls berücksichtigt werden sollten. Sein großer Vorteil gegenüber den genannten Extremen liegt im grausilbernen filzig-fellartigen Haarkleid, welches Blätter und Stängel bedeckt und bis an die Blüten reicht. Gerade im Winter sticht der Wollziest so deutlich aus der tristen Landschaft heraus. Einen weiteren Schmuck im Sommer bilden die rosafarbenen Blüten. Hummeln, Blattschneiderbienen und vor allem die Große Wollbiene finden sich ein und gerade letztere sammelt die kuschelweiche Pflanzenwolle zum Aufbau ihrer Brutzellen. Woll-Ziest kann im Garten unterschiedlich verwendet werden. Je nach Sorte findet er Einsatz als flacher Bodendecker und pelzige Steingartenpflanze – aber leider ohne Blüten – oder als mit aufrechten bis 60 cm hohen mit Blüten versehenden Stängeln, wobei hier bezüglich des Blütenreichtums gerade zur Förderung der Artenvielfalt auf die Verwendung von Wildformen bzw. diesen nahestehenden Sorten verwiesen wird. So kann Stachis byzantina in „Stauden“-Beeten in Bauerngärten, als Beeteinfassung, in Kies- und Steingärten, auf Trockenmauern als auch als Begleiter von Rosen oder anderen Gehölzen eingesetzt werden. Zu beachten ist, dass der Woll-Ziest sich mehr oder weniger schnell (sortenbedingt) aber unwiderstehlich durch Ausläufer ausbreitet: es kann also sein, dass Sie als Gärtner*in irgendwann und dann regelmäßig dem dominierenden Verhalten Einhalt bieten müssen. Eine vegetative Vermehrung, d.h. Ablegerbildung über Ausläufer-Schnittlinge, also Teilung im Vorfrühling oder über Gewinnung von Stecklingen, ist sehr einfach. Überhaupt ist die Staude sehr pflegeleicht, da sie weder gedüngt noch bewässert werden muss; dabei kommt sie nicht nur unter Vollsonne, sondern auch in halbschattigen Lagen und Übergängen sehr gut zurecht.                                     

Jörg Gensicke