Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte wurden schon vor mehr als 4000 Jahren in China kultiviert und gehören zu den ältesten Obstsorten der Welt.   

Im 4. Jahrhundert vor Christus brachte Alexander der Große die ersten Zedratzitronen in den Mittelmeerraum. Es waren bittere und nicht essbare Früchte. Aber sie dufteten herrlich und so fanden sie wegen ihrer ätherischen Öle Verwendung in der Parfümherstellung.    Eine medizinische Wirkung wurde ihnen aber schon damals zugesprochen. Im 10. Jahrhundert gelangten die Zitrusfrüchte mit den Arabern nach Afrika. Zwei Jahrhunderte später kannte man sie auch in Spanien. Die immergrünen Zitrusbäumchen erfreuten sich in Deutschland bei Königen, Fürsten und wohlhabenden Bürgern großer Beliebtheit. In der Barockzeit baute man sogar spezielle Gewächshäuser, die so genannten Orangerien, die Hunderte von verschiedenen Arten beherbergten. Die Züchtungen der essbaren Zitrusfrüchte beschreibt man erst im 17. Jahrhundert. Der Seefahrer James Cook setzte als erster die wohlschmeckenden Früchte im Kampf gegen die gefürchtete Vitaminmangelkrankheit Skorbut ein. Bei seiner ersten Entdeckungsfahrt (1768 – 1771) konnte er die Ausbreitung dieser tödlichen Erkrankung verhindern.  

Was ist das Geheimnis der Früchte? Sie gehören zur Familie der immergrünen Rautengewächse (lat. Rutaceae). Botanisch gesehen handelt es sich um eine Art Beere, die Endokarpbeere. Merkmal ist ihre wachsbedeckte äußere Haut und die darunter liegende hellere Gewebeschicht. Darin befinden sich die Drüsen mit den ätherischen Ölen. Je nach Sorte verleihen sie den Zitrusfrüchten ihren charakteristischen Geruch.   

Die nächste Schicht bildet eine hellbeige Gewebeschicht. Das darin gelagerte Pektin wird von der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Geliermitteln genutzt.  

Das innen liegende Fruchtfleisch ist bestens geschützt. Es liegt wie ein Fächer zusammengefaltet und beherbergt auch die Samen (Kerne).  

Unsere heutigen Orangen stammen überwiegend aus Spanien oder der Türkei. Importiert werden sie auch aus Kalifornien, Kuba, Florida und Brasilien – praktisch aus allen subtropischen Zonen des Erdballs.   

Zitronen werden vorwiegend in Spanien und Italien angebaut.   

Als Herkunftsland der Grapefrucht werden USA, Israel und Honduras genannt. Mandarinen kommen aus Spanien, Marokko, Israel und Italien.   

Zitrusfrüchte tragen viel Vitamin C (Ascorbinsäure) in sich. Sie enthalten bis zu 45480 µg Vitamin C pro 100 g. Vitamin C hat großen Einfluss auf den Aufbau der Knochensubstanz und ist wichtig für eine gesunde Ernährung. Zudem reguliert es den Phosphor- und Kalziumhaushalt im menschlichen Körper. Symptome für einen Vitamin-C-Mangel sind bei Kindern Knochenverformungen, als Rachitis bekannt. Auch bei Erwachsenen hat ein Vitamin-C-Mangel Konsequenzen, etwa die Osteomalazie (Knochenerweichung). Ein typisches Symptom ist außerdem das Zahnfleischbluten.   

Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 100000 µg, das entspricht einer Menge von 220 g Zitrusfrüchte. Diese Menge wird für gesunde Erwachsene und Senioren sowie für Teenager (15-19 Jahre) empfohlen. Stillende Mütter benötigen etwas mehr Vitamin C, Kinder hingegen deutlich weniger. Durch den Einfluss von Sauerstoff und Licht können bis zu zehn Prozent des Vitamins verloren gehen.   

Was macht die Zitrusfrüchte so wertvoll? Sie haben kaum Fett und wenig Kalorien, sind aber reich an Vitamin C. Unser Körper braucht dieses Vitamin zur Stärkung des Immunsystems, zum Aufbau von Knochen, Zähnen und Bindegewebe.   

Zitrusfrüchte liefern außerdem Vitamin B, sehr wichtig für die Blutbildung und den Stoffwechsel. Der Anteil am Mineralstoff Kalium fördert das Zellwachstum und hilft den Blutzuckerspiegel zu senken.   

Calcium sorgt neben Vitamin C für gesunde Knochen und Zähne. Der Anteil an Ballaststoffen ist nicht wirklich bedeutend, aber er reicht aus, die Verdauung zu fördern.   

Die sekundären Pflanzenstoffe liegen direkt unter der Schale, im hellen Gewebe. Wertvolle Flavonoide können den Alterungsprozess bremsen und es wird sogar vermutet, dass ein Krebsrisiko gesenkt werden kann. Also essen sie das Häutchen einfach mit.   

Zitrusfrüchte sind nicht nur lecker und gesund, man kann sie auch hervorragend in der Küche einsetzen.    

Antonia Rose